Spitzenpolitiker der AfD springen der FPÖ zur Seite und freuen sich auf eine „grandiose Fraktion“ im Europaparlament.

„Strache-Video“ als kriminelle Machenschaft?

Die sogenannte „Alternative für Deutschland“ zeig einmal mehr, wessen Geistes Kind sie ist. Spitzenpolitiker der Partei stellen sich hinter die FPÖ und verurteilen das Skandalvideo um den ehemaligen österreichischen Vizekanzler Heinz-Christian Strache als „kriminelle Machenschaft“.

Der AfD-Vorsitzende Alexander Gauland verurteilt etwa die Veröffentlichung des Videos. „Ich kann doch nicht das Fehlverhalten eines Menschen der Partei anlasten“, so Gauland bei der Fernsehsendung „Maybritt Illner“ im ZDF. Statt den Schwerpunkt der Kritik auf die politisch brisanten Inhalte des Videos zu lenken, verurteilt er lediglich die Veröffentlichung als menschlich nicht in Ordnung. „Die Art, wie man hier einen Menschen vorgeführt hat, geht über das politische, öffentliche Interesse hinaus.“

Der eigentliche Skandal ist die aktuelle Diskussion um die „Strache-Videos“!

Auch der zweite AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen sieht keine Notwendigkeit, sich von der FPÖ zu distanzieren. „Die FPÖ ist unsere Schwesterpartei in Österreich. Sie ist es und sie wird es bleiben, ungeachtet dieser Geschichte“, so Meuthen. Ganz im Gegenteil verdiene Strache dafür „Achtung und Respekt“, dass er nach der Veröffentlichung des Videos ohne zu Zögern zurückgetreten sei und „klar Schiff“ gemacht habe.

Meuthen kündigte für Sonntag „ein grandioses Ergebnis“ für seine Partei und für die kommende Zeit eine „grandiose Fraktion“ rechter Parteien im Europaparlament an. Gleichzeitig steht Meuthen zur Zeit ebenfalls in der öffentlichen Kritik. Dabei handelt es sich um diverse verdeckte Wahlkampfunterstützungen. Unter anderem geht es um eine 90.000 € teure Werbekampagne, die sich Meuthen 2016 von einer Schweizer PR-Firma hat spendieren lassen. Woher das Geld dafür kam, ist jedoch bis heute nicht endgültig geklärt.

Fraktion der „Europäischen Allianz der Völker und Nationen“ geplant

Nach der Europawahl plant die AfD, gemeinsam mit der italienischen Lega um Matteo Salvini, dem französischen Rassemblement National von Marine Le Pen und der FPÖ eine gemeinsame Fraktion mit dem Namen „Europäische Allianz der Völker und Nationen“ zu bilden. Spannend bleibt es, inwieweit bzw. ob die Strache-Affäre nun die Wahlchancen dieses rechten Lagers beeinträchtigen wird.