Die Mieten steigen rasant, die Hartz IV-Beiträge eher nicht. Die Folge: Hartz IV-verträglicher Wohnraum wird noch knapper und Beziehende zahlen die Differenz aus eigener Tasche. Dadurch rutschen sie immer weiter unter das gesetzliche Existenzminimum.

Die „Angemessenheitsgrenze“ legt fest, welche Wohnungen Hartz IV-Beziehende bewohnen dürfen, damit das Jobcenter die Kosten übernimmt. Sie variiert zwar je nach Region, wächst aber langsamer als die Mieten steigen. Es entsteht die sogenannte Lohnkostenlücke, und eben diese drängt eine Menge Hartz IV-Beziehende unter das gesetzliche Existenzminimum.

Denn um die Wohnung nicht zu verlieren, muss diese Lücke vom knappen eigenen Regelsatz bezahlt werden. Für Berlin sind genauere Zahlen bekannt: Dort steigen die Mieten in solch einem Tempo, dass nur rund zwei Drittel der Mieten vollständig übernommen werden. Dabei wurden die Beiträge dort vor nicht allzu lange, Anfang 2018, angepasst. In 85.180 Fällen zahlen Menschen selbst noch Anteile, durchschnittlich 135 Euro monatlich.

Für das Jahr 2017 soll fast jeder fünfte Haushalt selbst zu den Wohnkosten beigetragen haben. Laut hartziv.org, einem Blog für die Belange von Hartz IV-Beziehenden, haben die Jobcenter dadurch 600 Millionen Euro eingespart. „Geld, welches vielen Menschen ein dauerhaften Leben unter dem Existenzminimum erspart hätte.“, schlussfolgert der Blog.