Rund 68 Millionen Menschen fliehen vor Kriegen und Umweltkatastrophen. Deutschland reagiert durch Erhöhung der Militärausgaben.

Die Zahl der Geflüchteten ist weltweit auf einem neuen Höchststand. Etwa 68,5 Millionen Menschen waren 2018 gezwungen, ihre Heimat zu verlassen bzw. als Geflüchtete in anderen Ländern zu leben. Davon waren 41,3 Millionen Binnenflüchtlinge, die innerhalb der Grenzen ihres Landes vertrieben wurden. Ein Grund dafür sind die anhaltenden bewaffneten Konflikte und Kriege in weiten Teilen der Welt.

Rund 25,4 Millionen wurden aus ihrem Land vertrieben, wovon mehr als die Hälfte minderjährig sind. Allein die palästinensischen Geflüchteten machen davon 5,4 Millionen aus. Das sind fast so viele geflüchtete PalästinenserInnen wie EinwohnerInnen in Hessen.

Die Mehrheit der Geflüchteten kommt aus den Länder Syrien, Afghanistan und Süd-Sudan. Dabei nehmen die Länder Türkei, Uganda, Pakistan und Libanon am meisten Menschen auf, obwohl sie nicht zu den wirtschaftlich starken Nationen gehören. Allein der Libanon hat bei einer Bevölkerung von 6 Millionen Menschen eine Million Geflüchtete aufgenommen.

Düstere Prognose für die Zukunft

Solange die Fluchtursachen weiter bestehen, wird sich wenig an der Situation ändern. Deutschland spielt dabei eine entscheidende Rolle. Erst neulich hat der Bundestag für die Ausweitung des Bundeswehreinsatzes in Mali gestimmt und weitere Gelder für das Militär locker gemacht. Zu den seit 2013 zugesicherten 446 Millionen Euro kommen nochmal rund 300 Millionen Euro zusätzliche Förderung. Dass Militäreinsätze keinen Frieden schaffen, ist kein Geheimnis.

Hinzu kommen immer mehr Menschen, die aufgrund von Umweltkatastrophen, Überschwemmungen und Dürren zur Flucht gezwungen sind. Auch diese Fluchtursache wird sich in den kommenden Jahren vermutlich deutlich ausweiten.