Seit vergangenem Herbst sind mindestens sechs Kinder, die wegen Flucht in staatlicher Obhut waren, in den USA verstorben. Die Grenzbehörden klagen über hohe Kosten der verpflichtenden medizinischen Untersuchungen, manche Kinder warteten Monate lang auf medizinische Betreuung.

In den letzten Monaten richteten sich zahlreiche Proteste gegen die Praxis der US-amerikanischen Grenzbehörden, Kinder bei der Flucht an der Grenze aus ihren Familien zu nehmen. Heute sind zahlreiche dieser Kinder noch immer in „Migrations-Haft“ und somit in staatlicher Obhut. Jüngst berichtete der Nachrichtensender CBS News von einem 10-jährigen Kind aus El Salvador, das nach Monaten ohne angemessene medizinische Betreuung verstarb.

In den vorangegangenen zehn Jahren ist kein einziges Kind in dieser „Migrations-Haft“ verstorben, seit vergangenem Herbst sind es nun schon sechs. Der erste bekannte Fall ist eben die 10-Jährige, die in medizinisch kritischem Zustand an der Grenze festgehalten wurde.

Weitere fünf Kinder, die gestorben sind, kamen aus Guatemala. Auch sie haben die Südgrenze der USA überquert und wurden dann von Grenzbehörden abgefangen. Im Gegensatz zu dem Mädchen aus El Salvador sind von den anderen Fünf deren Namen bekannt. Der Älteste ist Carlos Gregorio Hernandez Vasquez, der 16 Jahre alt wurde. Laut seiner Familie reiste er in die USA ein, um dort Geld für die Gesundheitsvorsorge seines Bruders aufzutreiben. Er wurde –  nicht ansprechbar – auf dem Boden einer Haftzelle aufgefunden und verstarb wenig später.

Seine Geschichte ähnelt denen der anderen Kinder sehr. Sie flohen mit oder ohne ihre Eltern vor Hunger aufgrund von Trockenheit und vor Krankheit in einem unbezahlbaren Versorgungssystem. In einigen Fällen ist bekannt, dass Angehörige oder ganze Familien der Kinder bei militärischen Aktionen der USA getötet wurden.