Die Freihandelszone soll den Waren- und Personenverkehr auf dem gesamten Kontinent liberalisieren. Der Nutzen gerade für die wirtschaftlich schwächeren Länder ist umstritten.

Das Afrikanische Freihandelsabkommen (AfCFTA) wird voraussichtlich dieses Jahr noch in Kraft treten. Unterzeichnet wurde es bereits von 44 Regierungen der 55 Mitgliedsländer der Afrikanischen Union (AU), wobei bis zu diesem Monat 22 Staaten den Vertrag ratifiziert haben.

In seinem vollen geplanten Umfang umfasst die Freihandelszone 1,2 Milliarden BewohnerInnen und einen Warenumsatz von rund 3,4 Milliarden US-Dollar. Bei Umsetzung des Abkommens würde in Afrika die größte Freihandelszone der Welt entstehen.

Die meisten der wirtschaftlich bedeutungsvollen Staaten Afrikas schlossen sich dem AfCFTA an. So sind Ägypten, Südafrika, Äthiopien und Kenia Befürworter des Freihandelsabkommens. Allerdings verkündete die größte afrikanische Volkswirtschaft, Nigeria, dass sie kein Teil des Projekts sein werde.

Das erklärte Ziel des Vertrags ist die Ausweitung des inner-afrikanischen Handels. Momentan werden nur rund ein Fünftel der Waren innerhalb des Kontinents gehandelt, die restlichen 80% machen Exporte und Importe mit Ländern anderer Kontinente aus. Ein gestärkter Binnenmarkt würde zudem die Abhängigkeit Afrikas von der Europäischen Union schwächen.

Kritiker: Freihandel schadet den schwachen Ländern

Wie genau die Freihandelszone verwirklicht werden soll, ist noch unklar. Da auf dem Kontinent schon einige regionale Abkommen, wie zum Beispiel die Ostafrikanische Gemeinschaft (EAC), existieren, müssen Absprachen getroffen werden.

KritikerInnen befürchten außerdem, dass durch eine umfassende Freihandelszone besonders die industriell wenig entwickelten Länder Afrikas mit Billigexporten aus den reicheren afrikanischen Ländern und den Industriestaaten anderer Kontinente überflutet werden könnten. So würde sich ihr Status als vorrangig Rohstoff-exportierende Staaten noch mehr verfestigen.