Demonstrationen in mehr als 190 Städten gegen die Pläne der brasilianischen Regierung.

Mehr als eine Million Menschen sind am vergangenen Donnerstag in Brasilien gegen die Regierungspläne für drastische finanzielle Kürzungen im Bildungsbereich auf die Straße gegangen. Allein in Sao Paulo sollen es mehr als 300.000 und in Rio de Janeiro 200.000 Menschen gewesen sein, die sich an den Demonstration beteiligt haben.

Um rund 30 Prozent will die rechte Regierung von Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro die Bildungsausgaben im Land kürzen. Ein Grund dürfte nicht nur die finanzielle Schieflage des brasilianischen Haushalts sein, sondern auch Bolsonaros Abneigung gegen die traditionell linken Universitäten des Landes. Mit den Kürzungen will er Schulen und Universitäten disziplinieren und entpolitisieren. Für ihn sind die brasilianischen Universitäten die „Brutstätten des kulturellen Marxismus“.

Anhaltende Massenbewegung gegen Kürzungen

Bereits vor zwei Wochen waren Hunderttausende gegen die Sparpolitik der Regierung auf die Straße gegangen. Seitdem erhält die Protestbewegung weiteren Zulauf. Immer mehr Menschen, aus immer neuen Städten und Regionen des Landes, schließen sich den Protesten an.

Parallel dazu verunglimpft der Präsident die AktivistInnen als „Schwachköpfe“, die „nichts im Kopf haben“. Bolsonaro sieht insbesondere die demonstrierenden SchülerInnen und Studierenden als „Manövriermasse einer kleinen Gruppe von Schlaumeiern“ an den Universitäten.

Proteste richten sich immer mehr gegen die Regierung als Ganzes

Demonstrierten viele zunächst allein gegen die Kürzungen im Bildungsbereich, erweitert sich die Bewegung immer mehr zu einer Protestfront gegen alles, wofür Bolsonaro und seine rechte Regierung stehen.

Die Bildungsproteste dürften zudem ein Probelauf für den am 14. Juni geplanten Generalstreik sein. Hier steht insbesondere eine von Bolsonaro geplante Rentenreform im Mittelpunkt.