Das Projekt einer elektronischen Patientenakte ist ohnehin stark umstritten. Gesundheitsminister Spahn will nun den Chef des Projekts austauschen und dem neuen gleich ein doppelt so hohes Gehalt wie zuvor zahlen.

Das Unternehmen Gematik (Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte) wird gemeinsam vom Bundesgesundheitsministerium, Kassenverbänden und Ärztevereinigungen finanziert und hat die Aufgabe, die Technologie für eine elektronische Patientenakte zu entwickeln, mit der jedem Arzt Informationen zu allen vorherigen Arztbesuchen zur Verfügung stehen. Das gesamte Vorhaben gilt als Prestigeprojekt des Gesundheitsministers.

Da das Projekt ihm offensichtlich nicht schnell genug voran ging, will Jens Spahn nun den vorherigen Pharma-Manager Markus Leyck Diecken zum Chef von Gematik machen. Sein Vorgänger hatte immerhin ein Gehalt von 180.000 € jährlich erhalten. Für Diecken sind nun jedoch mindestens 300.000 bis 340.000 € vorgesehen, sowie 1.350 € monatlich für einen Dienstwagen. (https://www.spiegel.de/wirtschaft/service/jens-spahn-will-verguetung-fuer-neuen-topmanager-verdoppeln-a-1273613.html#ref=rss)

Der Schritt gilt als erste größere Entscheidung, seitdem Spahns Ministerium im Mai die Mehrheitsanteile an Gematik übernommen hatte und nun auch gegen den Widerstand anderer Gesellschafter solche Entscheidungen treffen kann.