Die Zahl der Wohnungsneubauten stagnierte im Jahr 2018 und blieb unter dem offiziellen Bedarf. Die Bundesregierung droht, ihr selbst gestecktes Ziel bis 2021 zu verfehlen.

Wohnungsmangel in den Städten und steigende Mieten sind seit langem ein brennendes gesellschaftliches Problem in Deutschland. Wenn man auf die neuesten Zahlen der Bauwirtschaft blickt, dürfte es sich in den nächsten Jahren noch weiter verschärfen.

So stagnierte die Zahl der fertiggestellten Wohnungen im Jahr 2018, wie das Statistische Bundesamt mitteilte: 285.900 Wohnungen wurden demnach fertig – ein Plus von 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Problem: Politik und Bauwirtschaft schätzen den jährlichen Bedarf an neuen Wohnungen auf 350.000 bis 400.000, um mit der Nachfrage nach Immobilien Schritt halten zu können.

Die Bundesregierung hatte ihrerseits das Ziel von 375.000 Wohnungen pro Jahr ausgegeben. Auf einem Wohngipfel im Herbst hatte sie eine Reihe von Maßnahmen vereinbart, die diesem Zweck dienen sollten: Darunter ein Baukindergeld für Familien, Steuerabschreibungen für den Bau von Wohnungen, die Bereitstellung von mehr bundeseigenen Grundstücken und eine „Milliardenoffensive“ im sozialen Wohnungsbau.

Kritiker aus der Mieterbewegung bemängelten, dass diese Maßnahmen das Problem steigender Mieten nicht lösen und vor allem den Gewinnen der Immobilienkonzerne dienen würden.

Dass im vergangenen Jahr noch nicht einmal 300.000 Wohnungen fertiggestellt wurden, überrascht nun auch ExpertInnen. Zum Vergleich: In den Neunzigerjahren lag die Zahl neu gebauter Wohnungen in Deutschland bei jährlich 600.000. Infolge der Weltwirtschaftskrise sank sie dann bis 2009 auf 159.000.


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