Seit dem Jahr 2008 wurden die Dollar-MillionärInnen jedes Jahr reicher. Außerdem verfügten zunehmend mehr Menschen über ein derart hohes Vermögen. Dieses Jahr ist es zum ersten Mal wieder so, dass besonders die höchsten Vermögen abnehmen und es wieder weniger MillionärInnen gibt.

„Die reichsten 1% verdreifachten ihr Vermögen in den letzten 30 Jahren – die ärmsten 50% haben gar keins mehr“ (perspektive online). Das reichste Prozent der Weltbevölkerung hat in den letzten drei Jahrzehnten sein Vermögen ständig vermehren können – bei den ärmsten 50% sind lediglich die Schulden gewachsen, sie verfügen über 900 Milliarden Dollar weniger.

USA: Die reichsten 1% verdreifachten ihr Vermögen in den letzten 30 Jahren – die ärmsten 50% haben gar keins mehr

Eine neuere Studie des Beratungsunternehmens Capgemini untersucht jetzt nicht mehr das berühmte reichste Prozent, sondern den größeren Club der Dollarmillionäre. Dort gab es eine neue Entwicklung: Erstmals seit mehr als 10 Jahren sind sie weniger geworden statt mehr. Nur noch 18 Millionen Personen verfügen über mindestens 1 Million Dollar anlagefähigen Vermögens, das sind Zehntausende weniger als 2017.

Auch das Gesamtvolumen ihres Vermögens ist zum ersten Mal seit sieben Jahr geschrumpft: Insgesamt ist es in diesem Jahr um rund drei Prozent kleiner und beträgt jetzt 68,1 Billionen Dollar.

Diese weltweiten Beobachtungen zeichnen sich der Studie zufolge auch in Deutschland ab: Hier sinkt die Zahl der MillionärInnen um ein Prozent auf 1,35 Millionen Menschen. Dabei hat sich das Gesamtvermögen um 3,9 Prozent verringert auf 5 Billionen Dollar.

Größte Verluste bei den Ultrareichen

Der „weltweite Vermögensrückgang“ konzentriere sich dabei auf die „Ultrareichen“. So werden diejenigen genannt, die mehr als 30 Millionen Dollar besitzen. Im Vergleich zu den MillionärInnen mit kleineren Vermögen, die um rund 0,4 Prozent Verlust machten, nahmen die ultragroßen Vermögen um sechs Prozent ab.

Für diejenigen, die vom Club der Millionäre weit entfernt sind und die Mehrheit der Bevölkerung bilden, kann von Vermögensrückgang eigentlich keine Rede sein: Mehr als 50% der Bevölkerung besaßen in Relation zu den Top 1% nämlich ohnehin nichts. In Summe verloren sie auch das – das Gesamtvermögen der ärmsten 50% der USA ist heute negativ.