In den vergangenen Jahren haben immer mehr Bundesländer ihre Polizeien mit Elektroschockpistolen ausgerüstet. Seit dem häufen sich die Todesfälle, ihre Gesamtzahl bleibt jedoch im Dunkeln.

Bereits vor der Einführung der Elektroschockpistolen, auch Taser genannt, warnten MenschenrechtlerInnen und AktivistInnen vor der nicht selten tödlichen Wirkung der Waffe. Trotzdem wird sie mittlerweile in den meisten Bundesländern in Deutschland als „nicht tödlich“ im Waffenarsenal der Polizei geführt.

In den vergangenen Monaten und Jahren sind unter anderem in Hessen, Rheinland-Pfalz und Bayern Tote durch den polizeilichen Einsatz von Tasern bekannt geworden. Wie viele Tote es in Deutschland durch den Einsatz der Elektroschockpistolen bisher gibt, ist unbekannt, da von der Polizei oftmals überhaupt gar nicht berichtet wird, dass die Tötung eines Menschen im Zusammenhang mit dem Einsatz von Tasern steht.

Wieder stirbt ein Mann nach Taser-Einsatz durch Polizisten

Wie erst jetzt bekannt wurde, gab es nicht nur im Mai diesen Jahres, sondern bereits im Januar 2018 einen Toten nach einem Taser-Einsatz durch Polizeibeamte. Bei einem SEK-Einsatz soll der Betroffene mit einer Stromladung der Elektroschockpistole außer Gefecht gesetzt worden und anschließend kollabiert sein. Dabei hatte er sich übergeben, wurde ohnmächtig und habe Erbrochenes eingeatmet. Vier Tage später starb der Mann an den Folgen des Taser-Einsatzes und einer in diesem Zusammenhang ausgebrochenen Lungenentzündung.

Organisationen wie Amnesty International warnen schon seit längerem vor Tasern. Die Risiken, die von solch einer Waffe im normalen Streifendienst ausgehen können, seien nicht überschaubar. Laut Amnesty International sind in den USA im Zeitraum von 2001 bis 2017 über 700 Menschen bei dem Einsatz von Elektroschockgeräten gestorben. Die Nachrichtenagentur Reuters spricht gar von 1.081 bestätigten Fällen im Zeitraum 2000 bis 2018.