Die beginnende Wirtschaftskrise kommt langsam auf dem Arbeitsmarkt an. Das Stellenbarometer der Bundesagentur für Arbeit sank im Juli auf den niedrigsten Stand seit zwei Jahren.

„Die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern befindet sich damit auf hohem Niveau, wird aber merklich schwächer“, so die Bundesagentur für Arbeit am Dienstag. Demnach sei das Stellenbarometer im Juli im Vergleich zum Vormonat um vier auf 243 Punkte gesunken. Dies ist der niedrigsten Stand seit knapp zwei Jahren.

Vom Rückgang bei der Nachfrage nach Arbeitskräften sind vor allem Branchen betroffen, die stark von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung abhängen. Dazu gehören Verkehr und Logistik, verarbeitendes Gewerbe, Handel und Zeitarbeit. Hier seien die Stellenmeldungen im Vergleich zum Vorjahr rückläufig.

Hintergrund seien laut Bundesagentur der Brexit und der Handelskrieg der USA. Auch wenn dies wichtige Einflussfaktoren sind, befindet sich tatsächlich die Deutsche Wirtschaft in einer beginnenden Überproduktionskrise. Bedeutende deutsche Großunternehmen gaben in den letzten Wochen Gewinnwarnungen heraus und drosseln ihre Produktion. Damit einher gingen die Ankündigung mehrerer Großunternehmen zehntausende Arbeitsplätze abzubauen.

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Dies zeigt auch das Beschäftigungsbarometer des Ifo-Instituts. Demnach ist in der Industrie die Zahl der Unternehmen, die in den nächsten drei Monaten Personal abbauen wollen, größer als die jener Betriebe, die neue Mitarbeiter suchen – und das den fünften Monat in Folge.

Laut Arbeitsagentur gibt es jedoch auch andere Tendenzen: „In den konjunkturunabhängigen Bereichen, wie der Öffentlichen Verwaltung, in Erziehung und Unterricht sowie dem Gesundheits- und Sozialwesen, steigt die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern weiterhin“, so die Bundesagentur.


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