In Venezuela sind sechs AktivistInnen der Organisation „Corriente Revolucionaria Bolívar y Zamora“ erschossen worden. In einer Erklärung macht sie kolumbianische Paramilitärs dafür verantwortlich. Zugleich setzt ein erneuter Stromausfall das Land unter Druck.

Am vergangenen Samstag sind in dem venezolanischen Bundesstaat Barinas sechs AktivistInnen mit Kopfschüssen ermordet worden, als sie ein Motorrad am Straßenrand reparierten.

Laut der Organisation „Corriente Revolucionaria Bolívar y Zamora“ (CRBZ) ließe der Angriff darauf schließen, dass er „von einem Team mit militärischer Ausbildung durchgeführt wurde, das sich vermutlich aus kolumbianischen Paramilitärs, ehemaligen venezolanischen Polizisten und Kriminellen zusammensetzt.“

Gepostet von CRBZ Corriente Revolucionaria Bolívar y Zamora am Montag, 29. Juli 2019

Auch der Vize-Präsident der Regierungspartei PSUV verurteilte den Angriff. Kolumbianer seien Experten darin, Gewalt und Drogen zu exportieren. Er spielt dabei auf den jahrzehntelangen, schmutzigen Krieg Kolumbiens gegen lokale Guerillakräfte an. Die Positionierung der venezolanischen Regierung kam verspätet. Derzeit gibt es Spannungen zwischen Bauernorganisationen in der CRBZ und der Regierung.

Erneut landesweiter Stromausfall

Die Angriffe kommen zu einem Zeitpunkt, in dem das Land nach wie vor unter dem Eindruck eines landesweiten Stromausfalls am 22. Juli steht. Es war bereits der vierte in diesem Jahr. Schon am 7., 25. und 29. März erlitt das Land große Stromausfälle.

Stromausfall in Venezuela – Parallelen zum Allende-Sturz

Die Regierung von Präsident Nicolás Maduro machte  für den Blackout einen „elektromagnetischen Angriff“ verantwortlich. Dieser hätte die Stromproduktion der Staudämme am Caroní-Fluss im Osten des Landes beeinträchtigt., die fast das ganze Staatsgebiet betraf und gebietsweise mehrere Tage andauerte. Die Regierung machte in allen Fällen Sabotage oder terroristische Angriffe verantwortlich, während die Opposition auf Versäumnisse der Regierung beim Unterhalt der Anlagen verwies.

Der selbsternannte Präsident Juan Guaidó machte derweil Missmanagement der Regierung für den Stromausfall verantwortlich. Er rief zu Protesten auf, denen sich jedoch keine großen Massen anschlossen. Im Gegenteil nehmen Teile der Bevölkerung das Problem selbst in die Hand.

So berichtet „Amerika 21“ darüber, dass die linke Organisation „Marea Socialista“ die ArbeiterInnen der Stromversorgungsbetriebe dazu aufrief, „die Angelegenheit in die eigenen Hände zu nehmen“, eine „Diagnose des Stromnetzes“ und einen Plan zur Wiederherstellung der Funktionstüchtigkeit zu erstellen. Zu diesem Zweck will die Gruppierung Versammlungen mit ArbeiterInnen der Stromwirtschaft, sozialen Bewegungen und lokalen Gemeinschaften durchführen.