Nachdem die Debatte, ob die Krankenkassen homöopathische Mittel übernehmen sollen, in Frankreich losgetreten wurde, wird das Thema auch in Deutschland wieder diskutiert.

Die oberste Gesundheitsbehörde Frankreichs (HAS) geht davon aus, dass der Nutzen der Mittel wissenschaftlich nicht ausreichend belegt ist. Es ist zu erwarten, dass die Kostenübernahme bald gestrichen wird. Und auch in Deutschland könnte es so kommen.

Behandlungsmethoden ohne wissenschaftlichen Beleg?

In Deutschland ist es momentan so, dass Krankenkassen nicht verpflichtet sind, homöopathische Behandlungen zu übernehmen. Trotzdem können sie das freiwillig tun.

In diese Debatte hat sich nun auch der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA), der über den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen entscheidet, eingeklinkt. Er fordert, dass Behandlungsmethoden ohne wissenschaftlichen Beleg für ihre Wirksamkeit und ihren Nutzen nicht von den Kassen gezahlt werden sollen. Kritik kommt aus Teilen der CDU/CSU, die in dem Verbot einen „Kreuzzug gegen Heilpraktiker und Naturheilverfahren“ sieht.

Übernahme weiterer notwendiger Behandlungen wird nicht diskutiert

Nicht zur Sprache kam die Aufhebung weiterer Leistungseinschränkungen der Krankenkassen: So werden beispielsweise Brillen oder auch die Zahnversorgung nicht oder nur teilweise von den Krankenkassen übernommen, obwohl sie zweifellos wirksam sind und das Leben von vielen Menschen massiv verbessern. Der Trend der letzten Jahrzehnte geht leider immer weiter in Richtung Kürzung und Eigenbeteiligung, was eine erhebliche Verschlechterung des Gesundheitssystems bedeutet.