Wer sein iPhone per Siri bedient, sollte sich bewusst machen: Apple kann mithören. Ein Whistleblower hat nun aufgedeckt, dass Konzern-Angestellte Arzttermine, Drogengeschäfte und Menschen, die Sex haben, abhorchen können.

Wie der britische Guardian berichtet, hören MitarbeiterInnen von Apple intime Details von NutzerInnen der Software „Siri“ mit. Demnach wird ein kleiner Teil von Siri’s Aufnahmen an Apple-MitarbeiterInnen weitergeleitet und dort zur „Qualitätssicherung“ angehört.

Apple erklärte dazu gegenüber dem Guardian: „Benutzeranforderungen sind nicht mit der Apple-ID des Benutzers verknüpft. Siri-Antworten werden in sicheren Einrichtungen analysiert, und alle Prüfer sind verpflichtet, die strengen Vertraulichkeitsanforderungen von Apple einzuhalten.“

Sex abgehört

Ein Whistleblower hat nun jedoch ausgepackt und davon gesprochen, dass regelmäßig sehr private Gespräche aufgenommen würden – vor allem wenn Siri aus Versehen aktiviert werde. Schon ein sich öffnender Reißverschluss wird von Siri als „Codewort“ verstanden, bei dem es sich aktiviert. Bei der Apple Watch aktiviert sich Siri sogar, wenn man sie nur aufhebt.

„Man kann definitiv einen Arzt und einen Patienten hören, die über die Krankengeschichte des Patienten Applesprechen. Oder Sie können jemanden hören, vielleicht mit Hintergrundgeräuschen des Automotors – Sie können es nicht definitiv sagen, aber es ist ein Drogengeschäft … Sie können hören, dass es passiert. Und Sie können hören, wie Menschen Sex haben, die versehentlich (…) aufgezeichnet wurden. „, so der Whistleblower gegenüber dem Guardian. Laut dem Apple-Mitarbeiter sei es aufgrund der hohen Datenmenge auch nicht schwer, durch verschiedene Tricks die Personen zu identifizieren.

Apple ist nicht der einzige Konzern, der Kontrolle über seine automatischen Sprachassistenten ausübt. Im April wurde bekannt, dass Amazon-MitarbeiterInnen beschäftigt, um einige Alexa-Aufzeichnungen anzuhören. Und Anfang des Monats wurde festgestellt, dass Google-MitarbeiterInnen mit Google Assistant dasselbe tun.