Ricardo Galvão war Direktor der brasilianischen Weltraumagentur. Auf Satellitenbildern stellte er fest, dass die Waldrodungen zunehmen. Die Veröffentlichung dieser Erkenntnis hat ihn nun seinen Job gekostet.

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro war außer sich über die von Galvão veröffentlichten Zahlen: Im Juni sind 88 Prozent und im Juli sogar 212 Prozent mehr Regenwald gerodet worden als im Jahr zuvor. Diese Erkenntnis gewann Ricardo Galvão aus Satellitenbildern des „INPE“, des Nationalen Instituts für Weltraumforschung.

Obwohl es sich also um eine gut belegbare Erkenntnis handelte, sprach Bolsonaro von „alternativen Fakten“. Die Weltraumbehörde stehe im Dienst von UmweltschützerInnen und sei aktiv bemüht, das Ansehen Brasiliens zu beschädigen. Die verantwortlichen MitarbeiterInnen wolle er kündigen.

Nun wurde Galvão tatsächlich entlassen. Zunächst hatte er protestiert, die Daten seien korrekt und das wisse auch sein Vorgesetzter, Marcos Pontes. „Bolsonaros Benehmen respektiert die Würde und die Sitten des Präsidentenamtes in keiner Weise. Besonders wenn er mit der Presse spricht, aber auch sonst, redet er wie man eigentlich nur am Stammtisch redet. Ja, ich betone es: Das ist Stammtischgeschwätz.“, griff er den Präsidenten an. Pontes ist Wissenschaftsminister und ehemaliger Astronaut. Nach einem Gespräch mit ihm stimmte Galvão der Entlassung zu.

Bolsonaro hatte schon vorher öffentlich gemacht, dass er kein Interesse habe, den Regenwald zu schützen. „. „Ich sage hier nochmal – wir bewahren mehr Wald als alle anderen – kein anderes Land der Welt sollte über Amazonien reden. Ihr habt ja eure Ökosysteme schon zerstört.“.