Die Wirtschaftskrise macht sich langsam auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Unternehmen stellen in Deutschland immer weniger neue MitarbeiterInnen ein. Parallel dazu werden LeiharbeiterInnen entlassen und feste MitarbeiterInnen in Kurzarbeit geschickt.

Alle führenden Wirtschaftsinstitute sowie die Bundesagentur für Arbeit (BA) veröffentlichten in den vergangenen Tagen aktuelle Statistiken zu der sich verschlechternden Situation auf dem Arbeitsmarkt.

Weniger Stellen auch im Dienstleistungsbereich

Das Münchener Ifo-Institut sieht die aktuelle Entwicklung des Arbeitsmarktes auf dem schlechtesten Wert seit fünf Jahren. Betrachtet man nur den sogenannten Dienstleistungssektor, so ist der Rückgang neu gemeldeter Stellen so stark wie zuletzt im Dezember 2007. „Die Rezession in der Industrie schlägt sich nun mit Verzögerung auch bei den Dienstleistern nieder“, so die Münchener Wirtschaftswissenschaftler.

Auch der Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit ist bereits seit dem vergangenen Jahr auf dem absteigenden Ast. Auch das zur BA gehörende Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) geht in den kommenden Monaten von einer wieder steigenden Arbeitslosigkeit aus: „Erste Zuckungen hatten wir schon in den vergangenen Monaten, aber nun zeichnen sich deutlichere Bremsspuren ab“, sagt Sabine Klinger, stellvertretende Leiterin des Forschungsbereichs „Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen“ beim IAB.

Weniger LeiharbeiterInnen

Mit der Zahl der Neueinstellungen geht auch die Zahl der LeiharbeiterInnen drastisch zurück. Allein im Zeitraum Mai 2018 bis Mai 2019 hat sich ihre Zahl um fast 100.000 Stellen reduziert. Sie sank von 850.000 auf 753.000 und dürfte nun nochmals deutlich tiefer liegen. Die Wirtschaftsexperten gehen davon aus, dass diese Stellen weiter deutlich sinken werden und viele LeiharbeiterInnen dadurch in den kommenden Monaten arbeitslos werden.

Kurzarbeit verdreifacht

Auch den Festangestellten geht es mehr und mehr an den Kragen: So beantragen immer mehr Unternehmen Kurzarbeit. Im Mai diesen Jahres lag die Zahl der ArbeiterInnen in Kurzarbeit bei rund 41.000. Bisher ist die Anzahl der KurzarbeiterInnen damit zwar vergleichsweise auf einem noch recht niedrigen Niveau, sie ist jedoch bereits jetzt dreimal so hoch wie im Mai 2018. Auch hier dürfte in den kommenden Monaten die Zahl der betroffenen ArbeiterInnen deutlich ansteigen.