Am 10. August 2018 wurden bei Demonstrationen gegen die PSD, Partidul Social Democrat, in Rumänien 400 DemonstrantInnen verletzt. Genau ein Jahr später stehen mehr als 25.000 Menschen erneut in Bukarest vor dem Justizgebäude und fordern Veränderung.

Versagen in Politik und Justiz

Kurz nach der Europawahl diesen Jahres musste der PSD-Vorsitzende Liviu Dragnea wegen Korruption ins Gefängnis und verlor seine politischen Ämter. Weitere Wut und Trauer verursachte die Regierung in dem Fall von zwei vergewaltigten und ermordeten jungen Frauen. Eine der Ermordeten, Alexandra, hat dreimal vor ihrer Ermordung die Polizei mit ihrem Handy verständigt, diese hatte erst viel zu spät reagiert und konnte nur noch die sterblichen Überreste bergen.

„Analphabeten“ – das werfen die Rumänen der Justiz vor

Am Samstagabend versammelten sich mehr als 25 000 DemonstrantInnen auf dem Victoriei-Platz in Bukarest. Mit Parolen wie „Nieder mit der Regierung“ oder „Diebe“, mit rumänischen Flaggen und bemalten Gesichtern auf denen #Widerstand stand, demonstrierten sie gegen die Korruption und die Unfähigkeit der rumänischen Regierung und ihrer Behörden. Um 21 Uhr ließen viele der DemonstrantInnen ihre Handylichter leuchten und zündeten Kerzen an, gleichzeitig wurde mit einem grünen Licht das Wort „Analphabeten“ an das Justizgebäude projiziert. Der Regierung wurde aufgrund der katastrophalen Politik vorgeworfen, dass sie alle Analphabeten seien.

Nach Protesten vor einem Jahr waren 400 DemonstrantInnen verletzt, die Kundgebung am Samstagabend verlief weitestgehend ruhig.