Die Rentenerhöhung wäre im nächsten Jahr überdurchschnittlich hoch ausgefallen. Das will das Arbeitsministerium nun verhindern, indem es die Berechnungsformel ändert.

 Die Rentenerhöhung im nächsten Jahr könnte größer sein als sonst. Rund fünf Prozent höhere Bezüge würden dann auf die 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner in Deutschland warten. Jedoch nicht, wenn es nach dem Bundesarbeitsministerium geht. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, plant das Ministerium nun eine Änderung in der Rentenberechnung. Damit wolle es starke Schwankungen bei den Rentenerhöhungen in den nächsten beiden Jahren verhindern. Ein Ministeriumssprecher bestätigte inzwischen, dass Änderungen geplant seien.

In diesem Jahr waren die Renten in Deutschland zum Stichtag 1. Juli um 3,18 Prozent (Westdeutschland) beziehungsweise 3,91 Prozent (Ostdeutschland) gestiegen. Im Jahr davor lagen die Erhöhungen bei 3,22 Prozent (West) bzw. 3,37 Prozent (Ost). Der Grund für die überdurchschnittliche Erhöhung im nächsten Jahr liegt darin, dass das Statistische Bundesamt kürzlich eine Aktualisierung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) vorgenommen hat. Darin werden auch Daten über die Lohnentwicklung erhoben. Diese bilden wiederum die Grundlage für die Rentenberechnung.

Im Zuge der Erneuerung der VGR musste in diesem Jahr die Lohnentwicklung nach oben korrigiert werden. In der Folge würde die Rente im Jahr 2020 besonders stark steigen, im Jahr 2021 jedoch nur minimal. Von Seiten des Ministeriums heißt es, damit würde in den nächsten beiden Jahren das Prinzip ausgehebelt, dass die Rentenanpassung immer der Lohnentwicklung folge.

Viele RentnerInnen in Deutschland dürften sich jedoch weniger für statistische Effekte interessieren, als dafür, wie sie hier und heute mit ihrem Geld über die Runden kommen: Ende Juli war aus der Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Linkspartei hervorgegangen, dass mehr als die Hälfte der AltersrentnerInnen in Deutschland weniger als 900 Euro Rente im Monat erhalten.