Das Redaktionsnetzwerk Deutschland veröffentlicht exklusive Details über die schriftlich festgehaltenen Anschlagspläne des ehemaligen rechten Elitesoldaten Franco A. Das Oberlandesgericht Frankfurt sieht in diesen jedoch „keinen hinreichenden Verdacht“, dass Franco A. Terroranschläge verüben wollte.

Die nun vom Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) veröffentlichten Informationen sollen aus den bei Franco A. beschlagnahmten Notizen stammen. Das RND will diese Informationen aus Kreisen des Bundeskriminalamts erhalten haben. Demnach sollen die Anschlagsvorbereitungen von Franco A. viel konkreter fortgeschritten gewesen sein, als bisher bekannt ist.

So hatte Franco A. real das Gelände der „Amadeu Antonio-Stiftung“ in Berlin ausgespäht. Franco A. soll sich die Örtlichkeit am 22. Juli 2016 persönlich angeguckt und Fotos etwa von der Tiefgarage der Stiftung angefertigt haben. Es war bereits bekannt, dass die Vorstandsvorsitzende der antirassistischen Stiftung, Anetta Kahane, eines der geplanten Anschlagsziele sein sollte. Auch sollen sich unter den Beweisstücken ein Reiseplan für den Anschlagstag und genaue Instruktionen für den Gebrauch von Verkehrsmitteln und die Übergabe der Tatwaffe durch einen Komplizen in Berlin befinden.

Welche Mission hatte Franco A.? – Emmanuel Feyertag

Auch zu zwei weiteren möglichen Zielen in Stuttgart und Würzburg finden sich Notizen unter den Sachen von Franco A.: einmal die Details eines Auftritts von zwei deutsch-syrischen Musikgruppen auf dem „Würzburger Hafensommer“ 2016 und die Adresse und Sendezeiten des Stuttgarter Radiosenders Radio Good Morning Deutschland.

Neben konkreten Angaben zu Anetta Kahane hatte Franco A. eine Liste mit Namen und Adressen angelegt. Vermutlich sollten dies weitere Ziele von Anschlägen seien. Auf dieser Liste befinden sich unter anderem der damalige Justizminister Heiko Maas (SPD) und der damalige Bundespräsident Joachim Gauck.

Warum Franco A. die geplanten Terroranschläge bis zu seiner Festnahme im April 2017 nicht in die Tat umsetzte, könnte ebenfalls mit einer Notiz zu tun haben: Franco A. vermerkt auf einem Zettel, dass die Zeit noch nicht reif sei.

Bis heute bleibt vieles um den Fall Franco A. im Dunkeln. Fest steht, dass bisher keiner der beteiligten Elitesoldaten für seine Mitwirkung an den Anschlagsplänen zur Rechenschaft gezogen wurde.

Das Oberlandesgericht Frankfurt lehnte eine Anklage von Franco A. wegen nicht hinreichendem Terrorverdachts ab. Dagegen hat die Bundesanwaltschaft Beschwerde beim Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe eingelegt. Dieser muss nun über die Zulassung der Anklage entscheiden.