Die französischen Arbeiterinnen und Arbeiter sind erneut auf der Straße gegen Macrons neue Angriffe auf die französischen Renten. Bei ersten Streiks legten sie am Freitag die Hauptstadt Paris lahm.

Erneut versucht der französische Präsident Emmanuel Macron eine Rentenreform zum Nachteil der französischen ArbeiterInnen durchzusetzen und erneut stößt er auf massiven Protest. Besonders stark betroffen von den geplanten Reformen sind die ArbeiterInnen der Pariser Verkehrsbetriebe RATP. So waren es auch diese, die den gestrigen Freitag zu einem „Schwarzen Freitag“ für Macron machten. Zu den Streiks riefen alle großen Gewerkschaften des Landes auf. Es war der größte Streik im Nahverkehr seit 12 Jahren.

90 Prozent aller MetrofahrerInnen sollen sich an dem Streik beteiligt haben. Kaum eine Metro fuhr noch in Paris. Nur jeder vierte Bus und wenige Vorortzüge sollen überhaupt in Betrieb gewesen sein. Rund um die französische Hauptstadt bildeten sich gigantische Staus von mehr als 200 km.

Macrons neue Rentenreform sieht in einem ersten Entwurf zwar nicht direkt die Anhebung des Renteneintrittsalters vor, dafür aber die Jahre, die die französischen ArbeiterInnen in die Rentenkasse einzahlen sollen. Das bewirkt für viele jedoch genau das Selbe, sie müssen deutlich länger arbeiten.

Zudem sollen die bisher rund 42 Rentenkassen zusammengelegt und reformiert werden. Hintergrund ist, dass der französische Renten-Rat davon ausgeht, dass den Rentenkassen bis zum Jahr 2025 rund 14,5 Milliarden Euro für die auszuzahlenden Renten fehlen werden.

Bisher können die französischen ArbeiterInnen, wenn sie ihre Beitragsjahre voll haben, mit 62 in Rente gehen. Eine garantierte Rente bekommen sie, ohne die Beitragsjahre erfüllt zu haben, aber erst ab 67 Jahren.

Für den 21. und 24. September haben die Gewerkschaften weitere Demonstrationen gegen die Rentenreform angekündigt. In den kommenden Tagen sollen zudem Streiks der AnwältInnen, Pflegekräfte, StromarbeiterInnen und FinanzbeamtInnen folgen.