Seit einer Woche stehen zehntausende ArbeiterInnen im Streik gegen den Autobauer General Motors. Sie erfahren starke Solidarität, und der Streik könnte noch andauern.

Am Montag, den 16. September traten kurz nach Mitternacht zehntausende Beschäftigte von General Motors in den Streik. Es ist die umfangreichste Arbeitsniederlegung in den USA seit dem letzten GM-Streik vor über zehn Jahren. Damals hatte der Streik nur zwei Tage gedauert – der jetzige läuft bereits seit einer Woche.

„Jeder unterstützt uns, viele verstehen was wir durchmachen müssen. Was wir über die Jahre aufgegeben haben, was wir versuchen uns zurück zu holen, wofür jeder von uns kämpft“, so Dave Ardelean von der UAW Local 1005.

Insbesondere nach der vergangenen Weltwirtschaftskrise wurden von Seiten der Gewerkschaftsführung harte Zugeständnisse gemacht, als GM ins Straucheln geriet und mit 50 Milliarden Dollar Staatsgeld gestützt werden musste.

Doch im vergangenen Jahr machte GM einen Gewinn von 11,8 Milliarden Dollar (10,6 Milliarden Euro) und zahlte gleichzeitig keine Steuern in den USA. Noch dazu hat das Unternehmen die schließung von fünf Standorten angekündigt. Dem entsprechend wütend ist die Belegschaft.

„Die Unterstützung der Gemeinschaft ist überwältigend“ (Arbeiterin von UAW Local 1005)

Die Forderungen der Gewerkschaft UAW sind momentan :

  • „gerechte Löhne
  • Bezahlbare qualitativ hochwertige Krankenversicherung
  • Unseren Anteil an den Profiten
  • Arbeitsplatzsicherheit
  • Einen klaren Weg für Leiharbeiter hin zur Festanstellung“

Dem gegenüber bietet General Motors gerade mal eine Gehaltserhöhung von zwei Prozent im ersten und dritten Jahr des vierjährigen Tarifvertrag sowie zwei Einmalzahlungen.

Streik könnte noch länger dauern

Derzeit ist noch kein Ende des Streiks abzusehen. Derweil berichtet „Free Press“ darüber, dass eine mögliche Vereinbarung mit GM der Basis in einer Urabstimmung vorgelegt werden soll. Das könnte den Streik nach einem Verhandlungsergebnis um mindestens eine Woche verlängern.

Die UAW-Führung scheint mit solchen Überlegungen wachsendem Druck von der Basis zu kommen. Gegen mehrere Gewerkschaftsführer – unter anderem UAW President Gary Jones – steht der Vorwurf im Raum, sie hätten bei ähnlichen Verhandlungen mit Fiat-Crysler Bestechungsgelder von dem Automobilkonzern angenommen.