Seit Mitternacht haben rund 46.000 ArbeiterInnen des Autokonzerns „General Motors“ ihre Fabriken verlassen. Es ist damit der größte ArbeiterInnen-Streik in den USA seit über einem Jahrzehnt.

Zum Streik hatte unter anderem die Gewerkschaft „United Auto Workers“ aufgerufen. „Das ist unser letztes Mittel“, sagte der Verhandlungsführer der UAW, Terry Dittes, vor Journalisten in Detroit. „Wir kämpfen für die Grundrechte der Arbeiter in diesem Land.“

Der Streikaufruf wurde bei einem Treffen von 200 GewerkschaftsvertreterInnen aus dem ganzen Land einstimmig beschlossen. Um 11:59 nachts begann dann der Streik mit der Minute, in der der Tarifvertrag zwischen Gewerkschaft und GM auslief. Videos und Bilder in sozialen Medien zeigen, wie ArbeiterInnen anschließend die Fabriken verlassen.

Höherer Lohn und Beschäftigungssicherung

Die ArbeiterInnen fordern höheren Lohn, bezahlbare Gesundheitsversorgung sowie eine Beschäftigungssicherheit und ein Regelwerk für die Übernahme von LeiharbeiterInnen.

Gegenüber der Detroit Free Press erklärte Sean Crawford von der Gewerkschaftssektion „UAW Local 508“: „General Motors ist nur eins wichtig: Geld. Und natürlich wollen sie den Wohlstand – den wir durch unsere Arbeit für sie geschaffen haben – nicht teilen. Jetzt ist es Zeit, dass sie den Wohlstand abtreten, den wir durch unsere harte Arbeit, Schweiß, Blut und Tränen erarbeitet haben.“

Fast 12 Milliarden Dollar Gewinn

GM gehört zu den 50 umsatzstärksten Unternehmen der Welt. Allein im vergangenen Jahr machte der Konzern einen Gewinn von 11,8 Milliarden Dollar (10,6 Milliarden Euro). Trotzdem hatte das Unternehmen im November die Schließung von fünf Standorten angekündigt und in den Bundesstaaten Michigan und Ohio wird seit Jahren die Belegschaft reduziert.

Beim letzten Streik im Jahr 2007 nahmen noch 73.000 ArbeiterInnen teil. Damals wurde nach zwei Tagen der Streik mit einem Abkommen zwischen Gewerkschaftsführung und Unternehmen beendet. Der nun begonnene Streik ist der zahlenmäßig umfangreichste Streik in den USA seit diesem Streik von 2007.