Die „Modern Day Marine“-Messe in Virginia stellte unter anderem vor, welche neuen Ausrüstungen dem Marine Corps zur Verfügung stehen. Im Zentrum stehen die Waffen zur „Crowd Control“, also Waffensysteme, die gegen Menschenmassen wie auf Demonstrationen eingesetzt werden können.

Die Kontrolle von Menschenansammlungen steht im Zentrum der Modern Day Marine-Ausstellung, die vom 22. bis 24. September im US-Bundesstaat Virginia stattfand. Zweck solcher Waffensysteme ist, Menschenmassen zu zerstreuen und fernzuhalten. Im Vordergrund steht nicht, dass Personen ihr Leben verlieren – den Spielraum bis dahin sollen die Waffensysteme allerdings ausreizen.

„Wenn man ’nicht letal‘ hört, denkt man an Gummigeschosse und Schlagstöcke und Tränengas, (aber) es ist viel mehr als das.“, erklärte Colonel Wendell Leimbach Jr., Direktor des Joint Non-Lethal Weapons Directorat. „Wie viele tragische Beispiele kennen wir, bei denen Leben verloren wurden im Irak oder Afghanistan, weil wir nicht im Stande waren, mit der dortigen Bevölkerung umzugehen?“, fährt er fort.

Unter anderem eine 81-mm-Mörsergranate soll dem Abhilfe verschaffen. Sie lässt einen Schauer von 14 Blitzgranaten frei, die Menschenmassen zerstreuen sollen.

Weiterhin arbeite das Militär an einer „Solid-State Active Denial Technology“. Diese Technologie soll gegen Menschenmassen eingesetzt werden, ohne bleibenden körperlichen Schaden anzurichten. Hochfrequenzwellen mit 95 GHz sollen sich mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten, um ein „kurzes, unerträgliches Hitzegefühl auf der Haut der Personen“ zu erzeugen.

Im Gegensatz zur Flashbang-Mörsergranate, bei der man sich sehr sicher ist, dass sie permanenten Schaden anrichten kann, finden dazu bei der Solid-State Active Denial Technology noch Tests statt.

Fast entschuldigend, als ob er die ZuschauerInnen nicht enttäuschen wollte, wirft Colonel Leimbach ein: „Nicht-letal bedeutet auf keinen Fall nicht-schmerzhaft. Es mag nicht tödlich sein, aber es ist immer noch sehr effektiv.“