Nordkorea hat eine neue Runde von Atomgesprächen in Schweden abgebrochen und Vorwürfe gegen die USA erhoben. Beide Seiten bewerten die Verhandlungen unterschiedlich.

Neue Atomgespräche zwischen Nordkorea und den USA im schwedischen Stockholm haben nicht zu einem Durchbruch geführt. Nach etwa achtstündigen Verhandlungen hat Nordkorea die Gespräche abgebrochen und die USA dafür verantwortlich gemacht. Die nordkoreanischen Erwartungen seien nicht erfüllt worden, sagte der Chefunterhändler Kim Myong Gil: „Die USA weckten Erwartungen, indem sie Vorschläge wie einen flexiblen Ansatz, neue Methoden und kreative Lösungen unterbreiteten. Sie haben uns jedoch sehr enttäuscht und unsere Begeisterung für Verhandlungen gedämpft, indem sie nichts auf den Verhandlungstisch gelegt haben.“.

Die US-amerikanische Seite bewertete den Verhandlungsverlauf hingegen positiv. Das US-Außenministerium erklärte, die Gespräche seien „gut“ gewesen. Beide Länder könnten nicht in einem Tag „70 Jahre Krieg und Feindseligkeit auf der koreanischen Halbinsel“ beseitigen. Die USA hätten außerdem eine Einladung Schwedens angenommen, die Gespräche in zwei Wochen fortzusetzen.

Die Verhandlungen zwischen den beiden Ländern hatten nach einer längeren Pause stattgefunden. Im Juni hatten US-Präsident Trump und Nordkoreas Staatsführer Kim Jong Un einen Neustart der Gespräche vereinbart, nachdem ein groß inszeniertes Gipfeltreffen zwischen beiden Politikern in Hanoi im Februar gescheitert war. Danach hatte Nordkorea begonnen, erstmals seit 2017 wieder Raketentests durchzuführen.

Nordkorea testet erneut Raketen

Die USA wollen bei den Verhandlungen erreichen, dass Nordkorea vollständig auf seine Atomwaffen verzichtet. Nordkorea verlangt dagegen die Aufhebung von Wirtschaftssanktionen, die nach Einschätzung von Beobachtern die Landwirtschaft des Landes schwer getroffen haben. Nach Berichten der Vereinten Nationen (UN) und des Welternährungsprogramms (WFP) aus dem Frühjahr sei das Land von einer akuten Hungersnot bedroht.