Innerhalb weniger Tage verkündet der Bosch-Konzern die Entlassung von insgesamt über dreitausend ArbeiterInnen an zahlreichen Standorten in Deutschland. Sie sollen mit Arbeitsplatzverlust, weniger Arbeitsstunden oder niedrigeren Löhnen für die Krise der Autoindustrie zahlen.

Aufgrund der immer weiter zurück gehenden Nachfrage auf dem Automarkt, zahlreicher Skandale um Manipulationen und der technologischen Entwicklung vom Dieselautos und Benzinern hin zum E-Auto, baut auch einer der größten deutschen Automobilzulieferer Bosch tausende Arbeitsstellen ab.

Allein in den baden-württembergischen Bosch-Werken in Schwäbisch Gmünd, Stuttgart-Feuerbach und Schwieberdingen sollen in den kommenden zwei Jahren mehr als 2.600 Arbeitsplätze gestrichen werden. Aufgrund der Krise der Automobilindustrie und zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit sei dieser Arbeitsplatzabbau notwendig, so der Konzern.

Auch wenn der aktuelle drastische Arbeitsplatzabbau für die MitarbeiterInnen, Betriebsräte und Gewerkschaften überraschend verkündet worden sei, seien diese Maßnahmen zeitlich absehbar gewesen, so Bosch-Chef Volkmar Denner.

Zeitgleich zu dem massiven Abbau von Arbeitsplätzen kündigte Bosch die Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit auf 35 Wochenstunden an. Allein dadurch sollen rechnerisch rund 500 Arbeitsplätze eingespart werden – natürlich mit einem entsprechenden Lohnverlust für die ArbeiterInnen.

Bosch kündigte außerdem die Schließung seines Lenksäulen-Werks in Bremen an. Hier sollen 240 Arbeitsplätze gestrichen werden. Während das Werk nach Ungarn verlegt werden soll, wird die Entwicklungsabteilung mit 30 MitarbeiterInnen in Bremen verbleiben. Und auch das Maschinenbauunternehmen Bosch Rexroth, ein Tochterunternehmen von Bosch, kündigte an, rund 230 Stellen in Deutschland abbauen zu wollen.

Parallel zu diesen Sparmaßnahmen geht der Bau einer gigantischen Chipfabrik von Bosch in unmittelbarer Nähe zum Dresdner Flughafen weiter. Bosch investiert hier rund eine Milliarde Euro in eine mehrere 10.000 m² große, hochmoderne Chipfabrik. Der Konzern will damit seinen Marktanteil an Chips in Autos massiv ausbauen.


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