In den meisten Städten, in denen Mahnmale für die Opfer des faschistischen Terrornetzwerks „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) stehen, werden sie immer wieder gezielt beschädigt oder zerstört. Zuletzt mehrfach in Zwickau.

Vor wenigen Tagen wurde gleich zweimal hintereinander ein Denkmal für den von rechten Faschisten ermordeten Enver Simsek im sächsischen Zwickau zerstört. Enver Simsek wurde im September 2000 von dem terroristischen Netzwerk NSU in Nürnberg erschossen.

Die unbekannten Täter sägten am 4. Oktober zunächst eine Eiche ab, die in Erinnerung an Enver Simsek gepflanzt wurde. Am 6. Oktober zerstörten sie dann auch eine Holzbank, die an der selben Stelle als Ersatz für die Eiche aufgestellt worden war.

In den vergangenen Jahren gab es immer wieder gezielte Angriffe und Beschädigungen gegen die Mahnmale zur Erinnerung an die vom NSU ermordeten Menschen. Schon fünf der acht Mahnmale für die NSU-Opfer wurden in den vergangenen Jahren durch mutmaßliche rechte Täter beschädigt.

So wurde laut der Welt am Sonntag im Jahr 2014 in Kassel der Gedenkstein für das NSU-Opfer Halit Yozgat mit einer Bitumenmasse übergossen. In Rostock wurde der Gedenkort für das NSU-Opfer Mehmet Turgut seit 2014 dreimal beschädigt.

In Nürnberg entfernten Unbekannte 2015 eine Gedenktafel und im November 2017 wurde eine Gedenkstele mit einem Hakenkreuz beschmiert. In Heilbronn, wo die Polizistin Michèle Kiesewetter ermordet wurde, gruben Unbekannte 2008 eine Gedenkstele aus und warfen sie in den Neckar. 2014 wurde hier ebenfalls eine Gedenktafel besprüht.

Nur an den Gedenkorten in Dortmund, Hamburg und München soll es bisher keine größeren Beschädigungen gegeben haben. Auch in Köln gab es keinen Vandalismus. Hier verübte der NSU in den Jahren 2001 und 2004 zwar zwei Sprengstoffanschläge, ein Mahnmal gibt es hier jedoch bisher immer noch nicht.