Es soll die größte Übung des amerikanischen Militärs in Europa seit 25 Jahren werden: die „Defender 2020“. Geübt werden soll die Verlegung von Panzern und Soldaten über den Atlantik durch Europa bis in die Nähe von Russland. Deutschland soll dabei die zentrale Drehscheibe für das Säbelrasseln werden.

Das hat das deutsche Verteidigungsministerium den Obleuten der Fraktionen im Verteidigungsausschuss mitgeteilt. Die Übung wird ausgerichtet im Rahmen des Militärbündnisses NATO. Neben Deutschland und den USA sind weitere 16 Nato-Mitglieder beteiligt.

Konkret sollen im April und Mai kommenden Jahres bis zu 20.000 Soldaten, Panzer und Militärgerät einer ganzen Division von den USA nach Europa gebracht werden. In Deutschland werden sie mit Unterstützung der Bundeswehr begleitet. Das Heer beteilige sich zudem „in den Bereichen Kampf, Kampfunterstützung und Führung“. Letztendlich sollen die Soldaten dann durch Polen hindurch ins Baltikum verlegt werden.

Übung für den „Krisenfall“

In dem Schreiben des Verteidigungsministerium heißt es, dass mit der US-geführten Übung ,DEF 20‘ „eine schnelle Verlegbarkeit größerer Truppenteile über den Atlantik und durch Europa“ geübt werden solle, um sicherzustellen, „dass die entsprechenden Verfahren im Krisenfall funktionieren“. Der „Krisenfall“ umschreibt im wesentlichen einen Krieg mit Russland, auf den sich die NATO seit längerem intensiv vorbereitet.

Erst im Oktober letzten Jahres hatte das größte NATO-Manöver seit Ende des kalten Krieges stattgefunden. Es ist vorauszusehen, dass Russland selbst die Großübung als Provokation auffassen wird und seinerseits ähnliche Übungen abhalten wird.


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