BKA durchsucht Wohnung wegen möglichem Bezug zur der faschistischen Terrorgruppe. Nur rund eine Woche vorher versuchte ein US-amerikanisches Mitglied eben jener Gruppe, nach Deutschland zu reisen.

Vor rund einer Woche durchsuchte das Bundeskriminalamt (BKA) die Wohnung eines bekannten Rechtsradikalen im thüringischen Eisenach. Dabei wurden zahlreiche Datenträger beschlagnahmt. Der Mann steht im Verdacht, Teil des deutschen Ablegers der „Atomwaffen Division“ (AWD) und mutmaßlich an der Erstellung eines Propagandavideos beteiligt gewesen zu sein. Auf die Spur des Mannes kamen die Ermittler durch die Veröffentlichung von zahlreichen internen Daten des ehemaligen faschistischen Internetforums namens „Iron March“.

Laut Recherchen von T-Online und ZDF soll der Mann in zahlreichen faschistischen Strukturen aktiv gewesen sein. Dazu zählen neben der AWD das „Antikapitalistische Kollektiv“ (AKK) und der „Nationale Aufbruch Eisenach“. Die letzte Organisation löste sich unmittelbar nach der Veröffentlichung der aktuellen Recherchen am vergangenen Freitag offiziell auf. Der Verdächtige selbst, dessen Name in der Presse nicht genannt wird, bestreitet jeglichen Bezug zur AWD.

„Atomwaffendivision Deutschland“: Plant diese faschistische Terrororganisation Anschläge in Deutschland?

Mordfantasien und Drohschreiben in Deutschland

Seit dem vergangenen Jahr ist ein Ableger der faschistischen Terrororganisation auch in Deutschland mehrfach in Erscheinung getreten. In einem Propagandavideo wurde zum Mord an MuslimInnen aufgerufen und der Rassenkrieg propagiert. Zudem posierte in dem Video ein Nazi mit AWD-Fahne vor der ehemaligen SS-Kultstätte Wewelsburg in Nordrhein-Westfalen. Außerdem tauchten Flyer der Gruppe mit Morddrohungen in Frankfurt und Köln auf. Auch bekannte PolitikerInnen wie Cem Özdemir und Claudia Roth erhielten Morddrohungen, die mit dem Namen der Gruppe unterzeichnet waren.

Der Journalist und Politikwissenschaftler Peter Neumann geht davon aus, dass mehrere Dutzend Faschisten in Deutschland zum Ableger der AWD gehören. Zudem gäbe es neben den USA und Deutschland auch Ableger der Gruppe in Großbritannien und dem Baltikum.

Einreiseverbot für mutmaßliches Mitglied der „Atomwaffen Division“

Vor rund zwei Wochen verhinderte die Bundespolizei die Einreise des mutmaßlichen US-amerikanischen Mitglieds der „Atomwaffen Division“ Kyle M. Er eiste am 7. November von Dublin nach Berlin Tegel und wurde dort von der Polizei festgesetzt. Noch am selben Tag musste er mit einem Flugzeug zurück nach Dublin reisen. Die deutsche Polizei war im Vorhinein von US-Behörden über die geplante Reise informiert worden und konnte die Einreise so verhindern.