Nach der Entscheidung der iranischen Regierung, den Benzinpreis zu erhöhen und Benzin zu rationieren, sind in mehr als 40 Städten Proteste ausgebrochen. Bei den Demonstrationen, Kundgebungen und Protesten verlor mindestens eine Person ihr Leben, zahlreiche sind verletzt.

„Die Unruhestifter werden definitiv vom Ausland gelenkt und ihre Aktionen sind illegal und kriminell (…), daher werden wir gegen sie auch konsequent vorgehen“, so reagierte Generalstaatsanwalt Mohammed Dschafar Montaseri auf die Proteste. In der südiranischen Stadt Sirdschan starb bei Protesten am Freitag eine Person, zahlreiche sind verletzt. Gegen die DemonstrantInnen wurden Tränengas und Schlagstöcke eingesetzt.

Auch die Revolutionsgarden waren vor Ort. Diese sind eine paramilitärische Armee, die für den „Schutz des Regimes“ kämpft. Um die Kommunikation zwischen den DemonstrantInnen zu unterbinden, wurde das Internet innerhalb von einer Stunde auf 7 Prozent gedrosselt. „Die Leute hier in Schiras sind sehr verärgert. Ich habe Schüsse gehört. Hunderte sind auf den Straßen. Am Morgen haben sie ein Polizeiauto in Brand gesetzt“, so ein Augenzeuge.

Benzinrationierung als Auslöser

Der iranische Präsident Hassan Rouhani hatte Freitagabend die Benzinpreise verdoppelt, auf umgerechnet 12 Cent. Unter anderem wird das Benzin rationiert, so soll Jede/r im Monat nur 60 Liter Benzin abnehmen dürfen. Darüber hinaus soll jeder weitere Liter 26 Cent kosten. Seit den Sanktionen der USA vor zwei Jahren auf den Iran stiegen Arbeitslosigkeit und Armut stark an. Die Landeswährung Rial verliert stetig an Wert.

Im Moment beträgt das durchschnittliche Nettoeinkommen im Iran umgerechnet 313,89 Euro. In den letzten Jahrzehnten hatte eine Steigerung des Benzinpreises auch eine Steigerung der Preise auf Lebensmittel und andere Güter zur Folge. Der Protest der IranerInnen ist auch der Protest gegen die weitere Verschlechterung der Lebensbedingungen in ihrem Land.