Die „Doctors for Choice Deutschland“ („D4C“) haben in der vergangenen Woche ihre Gründung gefeiert. Als ÄrztInnen setzen sie sich für sexuelle und körperliche Selbstbestimmung von Frauen und Menschen der LGBT-Gemeinschaft ein, die bisher eingeschränkt ist. Gleichzeitig gibt es Protest gegen Kliniken, die künftig keine Schwangerschaftsabbrüche durchführen wollen.

In diesem Monat feiern die Doctors for Choice Germany ihre Gründung. In dem Verein haben sich ÄrztInnen verschiedener Fachrichtung vernetzt, um gemeinsam für reproduktive und sexuelle Selbstbestimmung zu arbeiten. Solche Netzwerke von Doctors for Choice gibt es schon in vielen anderen Ländern, in Deutschland sind sie aus der Studierendenbewegung „Medical Students for Choice“ entstanden.

Ein zentrales Thema, dem sich D4C widmen will, ist der verbesserte Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen. Dazu zählt zum Beispiel der freie Zugang zu Informationen, denn momentan werden ÄrztInnen, die über Abbrüche informieren, oft noch nach dem Paragraphen 219a belangt.

Außerdem wollen sich die Doctors for Choice „gendergerechter Sexualaufklärung“ widmen. Sie haben sich im Allgemeinen der selbstbestimmten Körperpolitik und geschlechtlicher Vielfalt in der Medizin verschrieben. In der Einladung zu ihrer Gründungsfeier beschreiben die ÄrztInnen ihre Arbeit als „gesundheitsorientiert, evidenzbasiert und feministisch; letzteres bedeutet für uns, jegliche Benachteiligung aufgrund von Geschlecht und Sexualität abzulehnen“.

Keine Abbrüche im größten Krankenhaus Schleswig-Holsteins

In Flensburg ist das „größte und modernste Krankenhaus im Norden“ in Planung. Planmäßig im Jahr 2024 soll es am Stadtrand von Flensburg eröffnet werden. Gemeinsam tragen es die evangelische und katholische Kirche. Die Träger haben sich entschieden, Schwangerschaftsabbrüche im Regelfall nicht durchzuführen. Ausschließlich für den Fall, dass eine schwangere Person in Lebensgefahr schwebe, würde so ein Eingriff angeboten.

Der Sprecher des nahegelegenen katholischen St. Franziskus-Hospitals rechtfertigte die Entscheidug: „Das ist eine ethisch-moralische, grundsätzliche Position der katholischen Kirche und war daher nicht verhandelbar.“.

Aus vielen Richtungen wurde nun Protest laut, FlensburgerInnen protestierten vor dem Flensburger Rathaus. In Flensburg ist dabei eine ähnliche Entwicklung zu beobachten wie im Rest der Bundesrepublik: Die Versorgungsdichte für Menschen, die eine Schwangerschaft abbrechen wollen, wird immer geringer.