Der Beruf von JournalistInnen ist weder einfach noch ungefährlich. Das bestätigt erneut die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ in ihrem Jahresbericht 2019.

Ein besonderer Schwerpunkt der Repression gegen JournalistInnen liegt nicht allein auf den professionellen JournalistInnen, sondern ebenso auf einfachen BürgerjournalistInnen, die in vielen Fällen einfach über die Sozialen Medien über aktuelle Entwicklungen in Kriegs- und Krisengebieten berichten.

Zahl der verhafteten JournalistInnen steigt stark an

Laut der Bürgerrechtsorganisation waren zum Stichtag der Erhebung am 1. Dezember 2019 mindestens 389 JournalistInnen weltweit aufgrund ihrer journalistischen Tätigkeit in Haft. Das ist ein massiver Anstieg um 12 Prozent im Vergleich zum vergangenen Jahr. Auch im letzten Jahr war die Anzahl bereits um 7 Prozent gestiegen.

Gleichzeitig weist Reporter ohne Grenzen selbst darauf hin, dass die Zahl noch gar nicht diejenigen JournalistInnen berücksichtigt, die während des laufenden Jahres verhaftet und wieder frei gelassen wurden. Hier geht die Organisation ebenfalls von einem gravierenden Anstieg der Angriffe auf BerichserstatterInnen durch staatliche Organe aus. Dies betrifft insbesondere die Länder, in denen es 2019 starke Proteste gab (etwa Hongkong, Algerien, Chile und Bolivien).

Deutlich weniger getötete JournalistInnen

Die Zahl der während ihrer Arbeit getöteten oder gezielt ermordeten JournalistInnen ist indessen stark gesunken. In einem lang anhaltenden Trend ging die Anzahl in den vergangenen sieben Jahren immer weiter zurück. Im Jahr 2019 gab es so wenige getötete JournalistInnen wie in den vergangenen 16 Jahren nicht. Im Vergleich zum letzten Jahr ging die Anzahl um rund 40 Prozent zurück. Reporter ohne Grenzen registrierte 49 getötete JournalistInnen für 2019.

Hinzu kommen noch einmal 57 entführte JournalistInnen. Diese Zahl blieb im vergangenen Jahr stabil. Dabei gab es von den meisten entführten JournalistInnen im gesamten Jahr keine neuen Informationen oder ein Lebenszeichen.

Grundsätzlich sind die aufgeführten Fälle und Zahlen der Liste von Reporter ohne Grenzen nur eingeschränkt zu benutzen. Sie erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und spiegeln ausschließlich die durch die Organisation belegbaren Fälle wieder.