Seit mehr als zwei Wochen streiken zehntausende FranzösInnen gegen die Rentenpläne von Präsident Macron. Bereits jetzt sorgen Streiks für Chaos im Weihnachtsverkehr. Nun erklärte der französische Präsident, auf seine zukünftige Sonderrente verzichten zu wollen. Ein Blick auf seine Finanzen verrät, ob er damit wirklich ein Risiko eingeht.

„Wir alle müssen den Gürtel enger schnallen“ – Ganz nach diesem Motto will der französische Präsident auf seine monatliche Sonderrente von 6.200 Euro (brutto) verzichten. Diese würde ihm als Staatschef nach dem Amtsausscheiden eigentlich gesetzlich zustehen. Seine Amtszeit läuft allerdings noch bis Mai 2022.

Mit diesem Schritt will er die seit Wochen Streikenden besänftigen. Sie kämpfen gegen seine Pläne zur Rentenreform, die unter anderem eine Erhöhung des Renteneintrittsalters umfasst.

Französische Streikende lassen im Kampf gegen Rentenreform nicht locker

Ob Macrons Schritt jedoch von den ArbeiterInnen als vergleichbarer „Verzicht“ gesehen wird, wie ihn die Rentenreform bei Millionen Menschen auslösen wird, bleibt abzuwarten. Denn Altersarmut braucht Macron nicht zu befürchten: Sein wirkliches Vermögen ist in der Öffentlichkeit nicht bekannt, doch es dürfte sich um mehrere Millionen Euro handeln.

So verdiente er zwischen 2009 und 2014 rund 3,3 Millionen Euro als Banker, davon 2,8 Millionen Euro bei Rothschild. Im Jahr 2012 verdiente er schon durch einen einzigen Deal rund eine Million Euro.

Streiks gehen weiter

Macron verband seine Erklärung zu seinem Rentenverzicht mit dem Aufruf an die streikenden Franzosen und Französinnen, ihren Widerstand sofort zu beenden. Doch viele scheint das nicht zu beeindrucken. Am Wochenende kam es wieder zu massiven Einschränkungen im Zugverkehr, die selbst bis nach Deutschland reichten. Auch für heute und morgen sind Zugausfälle und Verspätungen angekündigt.


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