Wenn andere Feierabend haben, gehen sie zum Zweitjob – Millionen Menschen haben mehr als eine Arbeitsstelle. Die Zahl hat sich in den letzten 15 Jahren verdreifacht.

Das geht aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Demnach haben in Deutschland im dritten Quartal diesen Jahres erstmals mehr als vier Millionen Menschen mehr als einen Job gehabt. Die Zahl steigt kontinuierlich seit 2003 – damals waren es erst 1,4 Millionen Berufstätige.

Hauptsächlicher Grund dafür, mehrere Arbeitsstellen anzunehmen, ist der geringe Verdienst im Hauptberuf. „Im Durchschnitt sehen wir, dass Nebenjobber in ihrem Hauptjob deutlich weniger verdienen als andere Menschen, die keinen Nebenjob haben“, so Enzo Weber, Forschungsbereichsleiter am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Insbesondere seit der Agenda 2010 unter der SPD/Grüne-Regierung im Jahr 2005 ist ein großer Niedriglohnsektor entstanden. Mittlerweile arbeitet jede/r fünfte vollzeitbeschäftigte Deutsche für einen Niedriglohn unterhalb der Niedriglohnschwelle von 2203 Euro brutto. Dementsprechend steigt auch der Anteil an Mehrfach-Jobbern auf rund 10% aller Beschäftigten.