In Deutschland verdienen 4,14 Millionen Vollzeitbeschäftigte weniger als 2.203 Euro brutto im Monat. Besonders betroffen sind Frauen, junge Menschen und ArbeiterInnen in Ostdeutschland.

Jede/r fünfte Vollzeitbeschäftigte in Deutschland arbeitet für einen Niedriglohn. Das ergab die Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Susanne Ferschl, über die zuerst das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtete. Als Niedriglohnschwelle gilt ein Bruttolohn von 2.203 Euro im Monat. Wie das Bundesarbeitsministerium angab, verdienen bundesweit 4,14 Millionen Menschen – und damit 19,3 Prozent der Vollzeitbeschäftigten – weniger als diesen Betrag. Im April 2018 lag dieser Anteil noch bei 17,7 Prozent der Vollzeitbeschäftigten, was 3,7 Millionen Menschen entsprach.

Besonders betroffen von Niedriglöhnen sind Frauen, junge Menschen und Menschen aus Ostdeutschland: Nach den Angaben des Ministeriums erhalten 26,5 Prozent der vollzeitbeschäftigten Frauen weniger als 2.203 Euro. Bei den Beschäftigten unter 25 Jahren waren es sogar 40,6 Prozent. Während in Westdeutschland der Anteil der Niedriglöhner bei 16,5 Prozent liegt, ist er in Ostdeutschland mit 32,1 Prozent fast doppelt so hoch.