Die Überwachung des öffentlichen Raums wird in Hessen immer stärker ausgebaut. Laut Innenministerium sind bereits 23 Videoüberwachungsanlagen mit insgesamt 191 Kameras in 19 verschiedenen Städten des Bundeslandes angebracht. Im kommenden Jahr sollen weitere hinzu kommen.

Diese sollen unter anderem am Darmstädter Luisenplatz und in der Kasseler Innenstadt angebracht werden. Des Weiteren sollen bereits bestehende Anlagen erweitert oder erneuert werden.

Davon erhoffen sich die Behörden eine erhöhte Sicherheit wie auch Hilfe bei der Aufklärung von Straftaten. Dabei seien 2018 bereits 494 Delikte direkt von Überwachungskameras erfasst worden, so das Innenministerium auf Anfrage der Linkspartei. Bei 1.900 Straftaten seien deren Aufzeichnungen relevant gewesen.

Außerdem zeige sich laut CDU-Innenminister Beuth vor allem die abschreckende Wirkung dieser Techniken. Das Aufkommen von Straftaten an öffentlichen Plätzen sei demnach gesunken, Kriminalitätsbrennpunkte entschärft und das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung erhöht worden.

KritikerInnen hingegen sehen in den neuen Anlagen vor allem einen Angriff auf die Persönlichkeitsrechte. Ihrer Meinung nach würde außerdem Kriminalität nicht sinken, sondern verlagere sich nur in andere Zonen.


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