Immer mehr Firmen werden künstlich am Leben erhalten. Jedes achte börsennotierte Unternehmen würde heute ohne das billige Geld der EZB pleite sein. Doch die neue EZB-Chefin setzt die Politik der niedrigen Zinsen fort.

Nach Angaben des Bankhauses Metzler sind heute mehr als 12% aller börsennotierten Unternehmen in Europa sogenannte „Zombie-Firmen“. In Griechenland sind es 25%, in Deutschland immerhin 7,9% aller Unternehmen.

Diese können mit ihren Profiten noch nicht einmal mehr die Zinsen der Kredite, die sie aufgenommen haben, zahlen. Das heißt: sie bezahlen alte Schulden mit neuen Schulden. Das ist nur möglich, weil seit Jahren die Europäische Zentralbank extrem günstiges Geld verleiht mit ihrer „Nullzinspolitik“. Damit wurde zum einen zwar die Pleite einiger Firmen hinausgezögert –  damit der nächste Crash umso härter wird.

Die EZB befindet sich in einer kapitalistischen Zwickmühle: Entweder, sie hebt die Zinsen an, dann gehen sprunghaft hunderttausende Firmen Konkurs, eine massive Wirtschaftskrise wäre die Folge. Oder aber sie tut das nicht, dann wird die Krise nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben. Der weitere Niedrigzins macht noch mehr Firmen süchtig nach billigem Geld und produziert noch mehr „Zombies“, was wiederum die nächste Krise nochmal vergrößert.

Die neue Führung der EZB scheint sich derweil für die zweite Option entschieden zu haben. So kündigte die neue Chefin Christine Lagarde heute in einer mit Spannung erwarteten Pressekonferenz an, die Zinsen nicht anheben zu wollen.


Wir schreiben für Perspektive – ehrenamtlich und aus Überzeugung. Wir schalten keine Werbung und nehmen kein Geld von Staat oder Konzernen an. Hilf' uns dabei, unseren unabhängigen Journalismus zu erweitern: mit einer einmaligen Spende, einem regelmäßigen Beitrag bei Paypal, Steady oder am besten als Mitglied in unserem Förderverein.