In deutschen Krankenhäusern können mehr als 17.000 offene Pflegestellen nicht besetzt werden. An vielen Kliniken fehlen zudem ÄrztInnen und weiteres medizinisches Personal.

80 Prozent der deutschen Krankenhäuser haben ein massives Problem damit, genug BewerberInnen für offene Pflegestellen zu finden. 76 Prozent suchen verzweifelt nach ÄrztInnen und in 30 Prozent der Kliniken müssen zumindest zeitweise Intensivbetten gesperrt und ganze Fachbereiche von der Notfallversorgung abgemeldet werden.

Diese dramatischen Zahlen gehen aus dem neuen Krankenhaus-Barometer des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) hervor, die am Freitag veröffentlicht wurden. Die Situation an den deutschen Kliniken verschärfe sich dramatisch, so der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß. Laut Gaß müsse die Politik „dringend wirksame Gegenmaßnahmen zur Entlastung des Personals ergreifen, sonst steuern wir auf eine ernste Versorgungskrise hin“.

„PflegerInnen und PatientInnen müssen zusammen kämpfen“

Der Umfrage des DKI zufolge hat die Zahl der offenen Pflegestellen seit dem Jahr 2016 stark zugenommen. Während sich der Mangel in der Intensivmedizin schon um rund 50 Prozent erhöht habe, sei er auf den Allgemeinstationen sogar um mehr als 200 Prozent gestiegen.

„Der Personalnotstand in den Krankenhäusern ist nicht vom Himmel gefallen.“, so die Vorsitzende des Ärzteverbands Marburger Bund, Susanne Johna. Die Ursache für die aktuelle Situation sei in einem „politisch gewollten Kostenwettbewerb und einer ständig steigenden bürokratischen Überlast“ zu suchen.


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