Mehr als sechs Millionen Menschen in Deutschland arbeiten dauerhaft oder regelmäßig in Nachtschicht. Auf Dauer ist das nicht nur für das Sozialleben, sondern auch für die Gesundheit schädlich.

Problem für das Sozialleben

Wer dauerhaft oder überwiegend nachts arbeitet, muss tagsüber schlafen und hat daher einen, dem Großteil der Gesellschaft entgegenstehenden Tag-Nacht-Rhythmus. Das strapaziert auf Dauer natürlich die sozialen Beziehungen zu Familie, FreundInnen oder PartnerInnen. So können SchichtarbeiterInnen an einem großen Teil des sozialen Lebens ihrer Umgebung nicht oder kaum teilnehmen. Im schlimmsten Fall kann das zur sozialen Isolation und zu psychischen Krankheiten wie Depressionen führen.

Höhere Krankheitsrisiken

2007 stufte das Internationale Krebsforschungszentrum der WHO Nachtarbeit sogar als „wahrscheinlich krebserregend“ ein. Selbst wenn man nicht soweit gehen möchte, haben Untersuchungen bei Nacht- und SchichtarbeiterInnen ein deutlich höheres Risiko für Schlafstörungen, Magen-Darm-Probleme, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Kopfschmerzen festgestellt. Auch das Diabetes-Risiko steigt mit jahrelanger Schichtarbeit merklich an.

Sind Nacht- und Schichtdienste notwendig?

Sicher es gibt Bereiche, in denen Nacht- und Schichtdienste bzw. Bereitschaftsdienste kaum abgeschafft werden können. Dazu zählen etwa die Arbeit in Krankenhäusern, von Rettungskräften und vergleichbare Berufe.

Nachtarbeit in der Industrie hingegen ließe sich in jedem Fall vermeiden. Und auch dort, wo sie notwendig bleibt, könnten perspektivisch deutlich verbesserte Arbeitsbedingungen geschaffen werden, wie z.B. genügend Ausgleichstage und nicht zu häufige oder zu viele Nachtschichten am Stück.


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