Die Verbraucherpreise in der Eurozone sind im Januar gegenüber dem Vorjahr um 1,4 Prozent gestiegen. Die stärksten Preistreiber sind Lebensmittel, Alkohol, Tabak und Energie. Ein Leipziger Wissenschaftler kritisiert die Berechnung der Teuerung als zu niedrig.

 Die Verbraucherpreise in der Eurozone sind im Vergleich zum Vorjahr weiter gestiegen. Wie das Statistikamt Eurostat am Freitag in Luxemburg mitteilte, hätten sich die Preise in der Eurozone im Januar im Jahresvergleich um 1,4 Prozent erhöht. In Deutschland lag die sogenannte jährliche Inflationsrate demnach bei 1,6 Prozent, in der gesamten EU sogar bei 1,7 Prozent. Im monatlichen Vergleich seien die Verbraucherpreise in der Eurozone im Januar (also gegenüber Dezember 2019) um 1 Prozent gesunken.

Die stärksten Preistreiber sind laut Eurostat unverarbeitete Lebensmittel, die sich im Vergleich zum Vorjahr um 2,3 Prozent verteuert hätten. Danach kämen verarbeitete Lebensmittel, Alkohol und Tabak (2 Prozent) sowie Energie (1,9 Prozent). Industriegüter (ohne Energie) hätten sich demgegenüber mit 0,3 Prozent nur sehr wenig verteuert.

Der Leipziger Wirtschaftswissenschaftler Gunther Schnabl kritisiert die Berechnungsverfahren für die Teuerung. Wie er gegenüber dem Mitteldeutschen Rundfunk mitteilte, missachteten die offiziellen Statistiken zur Preisentwicklung die versteckte Verteuerung von Waren, etwa durch schlechtere Qualität: „Wir beobachten in vielen Bereichen unseres Lebens, dass sich die Qualität verschlechtert. Die Dienstleistungen werden zurückgefahren, beispielsweise. Oder die Möbel sind nicht mehr aus hochwertigen Materialien, sondern aus gepressten Spänen und Ähnlichem. Und das müsste man vielleicht dann auch in der Inflationsmessung berücksichtigen.“ Außerdem werde die Verteuerung von Immobilien nicht einberechnet.