Derzeit sind in Deutschland 27 laborbestätigte Fälle des Coronavirus bekannt. Die meisten Personen sind bereits wieder gesund und aus der Klinik entlassen. Doch Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) spricht nun davon, dass auch in Deutschland mit einer erhöhten Ausbreitung des Corona-Virus zu rechnen sei. Hamsterkäufe führen derweil zu Knappheit in Krankenhäusern.

Am Mittwoch hat Gesundheitsminister Jens Sphan erklärt, dass sich Deutschland „am Beginn einer Epidemie mit dem Coronavirus“ befinde. Das bedeutet, dass mit einer größeren Ausbreitung des Coronavirus zu rechnen sei.

Derzeit sind 27 Corona-Fälle in Deutschland bekannt. Nun gibt es jedoch erstmals einzelne Personen in NRW, bei denen der Infektionsweg nicht nachgewiesen werden kann. Damit wird eine Ausbreitung wahrscheinlicher.

Ob dies das Ausmaß einer in Deutschland wohlbekannten Grippewelle übersteigt, bleibt abzuwarten. Die besonders starke Grippewelle 2017/2018 hat nach Schätzungen rund 25.100 Menschen in Deutschland das Leben gekostet. Das war die höchste Zahl an To­des­fällen in den vergangenen 30 Jahren, wie der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI) mitteilte. Es sind auch Grippewellen bekannt, bei der nur einige hundert Menschen starben.

Krisenstab eingerichtet

Aufgrund der zunehmenden weltweiten Ausbreitung des Corona-Virus hat die Bundesregierung einen Krisenstab eingerichtet, der von Innenminister Horst Seehofer (CSU) und Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geführt werden soll. Es wurden bereits erste Beschlüsse bekannt.

So sollen Reisende aus China, Japan, Südkorea, Iran und Italien sich künftig nach ihrer Landung melden und ihre Aufenthaltsorte angeben. Das soll so auch im grenzüberschreitenden Zug- und Busverkehr sowie im Schiffsverkehr umgesetzt werden. Des weiteren sollen Abschiebungen von und nach Italien ausgesetzt werden. Außerdem sprach Horst Seehofer davon, er könne sich eine gemeinsame Internierung von erkrankten Asylbewerbern vorstellen.

Hamsterkäufe laufen schon

Derweil finden an verschiedenen Stellen Hamsterkäufe statt, was wiederum zu Schwierigkeiten in Krankenhäusern führt.

Ein Arzt klagt auf Twitter: „FFP2/FFP3-Masken leer, sind sich mehr zu bestellen. Normaler Mundschutz (für den OP) nur noch Restbestände. Schutzkittel sollen jetzt mehrfach getragen werden, Vorrat reicht noch 3-4 Tage, im Großlager ist kein Nachschub zu bekommen.“

Der Chef der Europäischen Handelskammer, Jörg Wuttke, erklärte zudem: „Schon bald werden sehr viel weniger Schiffe aus China ankommen, dann werden etliche Produkte knapp“. Dies dürfte ab März besonders die Pharmabranche treffen. Eine internationale befürchtete Verschärfung der Wirtschaftskrise könnte dann auch Deutschland treffen. Aus diesem Grund plant die Bundesregierung bereits Konjunkturpakete für betroffene Unternehmen.


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