Obwohl der Klimakrise nur Sofortmaßnahmen entgegen wirken können, sträuben sich PolitikerInnen und Großkonzerne, diese umzusetzen. – Das Solidaritätsnetzwerk – ein Zusammenschluss von ArbeiterInnen, Arbeitslosen, Frauen, MigrantInnen und Jugendlichen – kämpft deshalb für die sofortige Einführung des kostenlosen Nahverkehrs.

Warum fordert das Solidaritätsnetzwerk kostenlosen Nahverkehr? Wir fordern den Zugang zu kostenlosen öffentlichen Verkehrsmitteln (ÖPNV), weil die Klimakrise schnelles Handeln erfordert. Die Einführung von kostenlosem Nahverkehr für Alle ist möglich und sofort umsetzbar. Gleichzeitig denken wir, dass die heutigen Debatten um Umweltschutzmaßnahmen größtenteils falsch geführt werden.

Heute diskutieren die PolitikerInnen über Massensteuern wie beispielsweise die CO2-, Diesel- oder gar die Fleischsteuer. Diese Maßnahmen sollen angeblich der Klimakrise entgegenwirken. Die Theorie dahinter: VerbraucherInnen sollen durch die weiteren Steuern mehr bezahlen und so weniger reisen, weniger Dieselfahrzeuge fahren und weniger Fleisch konsumieren. Im Umkehrschluss würde die Gesellschaft durch diese Zwangsmaßnahmen die Umwelt schonen. Doch wir denken, dass diese Maßnahmen falsch sind. Die oben genannten Massensteuern werden letztlich nur zur Mehrbelastung der ArbeiterInnen führen. Während Großkonzerne Tonnen an CO2 in die Atmosphäre pusten und wertvolle Rohstoffe verschwenden, wollen wir als KonsumentInnen nicht noch mehr Geld für alle möglichen Produkte bezahlen.

Auf der anderen Seite ist durchschaubar, dass die PolitikerInnen nur über solche Maßnahmen diskutieren wollen. Denn würde man wirklich an den Kern des Problems gehen wollen, hätte man beispielsweise den Dieselskandal viel strenger verurteilen und die Konzerne zur Kasse bitten müssen.

Wir brauchen eine schnelle, kostenlose Alternative – der kostenlose Nahverkehr ist eine!

Die Untersuchungen in diesem Bereich zeigen, dass etwa 30% mehr Menschen die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen würden, wenn er kostenlos wäre. Man müsste zwar viel Geld in den Ausbau stecken, aber nur so könnten viele Menschen ihr Auto stehen lassen und Bus und Bahn fahren.

Der Ausbau ist wichtig, weil die aktuellen Kapazitäten jetzt schon – gerade zu Stoßzeiten – schon lange nicht mehr ausreichen. Die Bahnen und Busse sind schon heute überfüllt. Jede/r kennt das. Außerdem sind noch lange nicht alle Menschen an die öffentlichen Verkehrsmittel angebunden, sodass auch hier längst überfällige Maßnahmen notwendig sind. Vor allem, weil wir denken, dass ein ausgebauter kostenloser Nahverkehr allen Menschen dabei helfen kann, wieder am sozialen Leben teilzunehmen und deshalb Mobilität ein Menschenrecht ist!

Bezahlen sollen das die Konzerne, die bis heute für die Umweltzerstörung verantwortlich sind. Dazu gehören wie oben genannt die Unternehmen, die am Dieselskandal beteiligt sind. Das wären beispielsweise die Volkswagen AG oder die Bosch GmbH, Des weiteren der Stromgigant RWE: Gegen seine Handlungen wurde bereits im vergangenen Jahr von AktivistInnen entschieden demonstriert. Außerdem wird bereits heute über die Hälfte an Kosten für öffentliche Verkehrsmittel aus Steuergeldern finanziert. Und: Wer sagt eigentlich, dass der Nahverkehr von nach Profit strebenden privaten Unternehmen durchgeführt werden muss?

Wie wollt ihr die Kampagne durchführen?

Wie in unserem Selbstverständnis steht, setzen wir auf gegenseitige solidarische Hilfe und direkte Aktionen, um Forderungen gegenüber Unternehmen, VermieterInnen, Ämtern und anderen Einrichtungen durchzusetzen. Grundsätzlich vertreten wir die Position, dass wir nur durch aktive Kämpfe Verbesserungen für uns als ArbeiterInnen erzielen können, denn ‚die da oben‘ werden es nicht freiwillig tun. In den Städten, in denen wir vertreten sind, – Cottbus, Berlin Leipzig, Erfurt, Freiburg und Köln – werden verschiedene öffentliche Aktionen wie Demonstrationen oder Kundgebungen zu diesem Thema stattfinden. Dabei werden wir lokal von anderen Initiativen unterstützt, die das selbe Ziel verfolgen.

Weitere Infos und Termine unter: soli-net.de/nahverkehr


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