Ab heute entscheiden 12 Geschworene, ob Harvey Weinstein verurteilt wird oder nicht. Es geht dabei um zwei Fälle von insgesamt rund 80 Beschuldigungen. Wie schon von Beginn an begleitet Protest für Frauenrechte den Prozess.

Zwölf Geschworene werden sich ab heute beraten, sieben Männer und fünf Frauen. In New York haben sie 12 Wochen lang die Anhörungen beobachtet. Nach einer Zufallsauswahl gibt es zwei Kriterien für Geschworene: Sie dürfen keine Verbindung zum Fall und zuvor noch keine Stellung bezogen haben, etwa in sozialen Medien. Das ist in diesem Fall besonders schwierig, weil die zahlreichen Anklagen gegen H. Weinstein mit der twitter-Bewegung #MeToo einhergingen. Der Prozess behandelt zwei Fälle von insgesamt rund 80 Beschuldigungen.

Richter James Burgh belehrte schon vor 12 Wochen, als die Anhörungen begonnen haben, die Geschworenen: Sie sollten sich nicht von den Protesten beeinflussen lassen, die anprangern, welche Macht Weinstein gegenüber den Klägerinnen hatte.
„Dieser Prozess ist kein Referendum über die #MeToo-Bewegung oder über Frauenrechte“, waren seine Worte.

Außerhalb der Besprechungszeiten mit allen anderen Geschworenen dürfen sich diese nicht mit dem Fall befassen. In Zeiten von social media ist das annähernd unmöglich, Filterblasen und Algorithmen beeinflussen zusätzlich. Dennoch hält das Gericht am Geschworenenverfahren fest. Die LaienrichterInnen müssen zu einem Urteil kommen, das sie einstimmig vertreten.

Sollten sie sich darauf einigen, Weinstein für schuldig zu erklären, ist als Konsequenz lebenslange Haft möglich. Aber auch, wenn sie entscheiden, dass er nicht schuldig wäre, wird das Konsequenzen haben: Nicht umsonst haben tausende Frauen dafür gekämpft, dass ein mächtiger Hollywood-Regisseur für seine Verbrechen an bis zu 100 Frauen zur Rechenschaft gezogen wird.