Statt der „Respekt-Rente“ ist nun ein Kompromiss – die „Grundrente mit Einkommensprüfung“ – beschlossene Sache. Doch das heißt noch nicht, dass sie tatsächlich kommt. Und wer könnte sie überhaupt in Anspruch nehmen?

Aus der „Respekt-Rente“, die die SPD angekündigt hatte, ist nichts geworden. Ab dem 1. Januar 2021 soll stattdessen die „Grundrente“ kommen. Diese kommt nicht einmal der Hälfte der 2,5 Millionen RenterInnen zugute, die die „Respekt-Rente“ erhalten hätten. Nun können nur etwa „vier Prozent aller westdeutschen und sieben Prozent aller ostdeutschen“ RentnerInnen profitieren. Das erarbeiteten ForscherInnen der Uni Koblenz-Landau und der RWU Hochschule Ravensburg-Weingarten, des Darmstädter Wirtschaftsforschungsinstituts Wifor und der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin.

Wer eine Rente bekommt, die geringer ist als 865 Euro, der/die kann mit der Grundrente aufstocken. Dieser Wert schwankt je nach Region. Außerdem ist ein Merkmal für die Zugangsberechtigung, dass 35 Pflichtbeitragszeiten erbracht wurden. Wenn RentnerInnen berechtigt sind, dann erhalten Frauen im Durchschnitt 37 Prozent mehr Rente, Männer 29 Prozent. Konkret: Im Moment leben die RentnerInnen, die berechtigt wären, von durchschnittich 697 Euro im Monat. Im Schnitt würde ihre Rente auf 930 Euro steigen.

Westdeutsche Frauen profitieren mehr als ostdeutsche

Frauen sind besonders stark betroffen von Altersarmut. Das liegt vor allem an Erziehungs- und Pflegezeiten. Diese will die Grundrente auch berücksichtigen. Ohne Pflege- und Erziehungszeiten kämen Grundrente erhaltende Frauen auf durchschnittlich 903 Euro, während Männer 967 Euro erhielten.

Von diesen Erziehungs- und Pflegezeiten profitieren Frauen in Westdeutschland deutlich mehr als Frauen in Ostdeutschland. Dort ist es nämlich viel üblicher, dass Frauen auch während der Mutterschaft einem Beruf nachgingen und -gehen.

Insgesamt erfüllen nur 41 Prozent der Frauen das Kriterium der 35 Jahre Pflichtbeitragszeit. Auch unter Männern ist – wenig überraschend – diese Zeit in den einkommensschwächsten Haushalten am seltensten erreicht.

Ob die Grundrente tatsächlich am 1. Januar 2021 kommt, ist noch nicht allzu sicher. Noch gibt es ungeklärte Fragen bezüglich des Verwaltungsaufwands. Außerdem hängt ihre Einführung von der Zukunft der GroKo ab.


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