Gestern entschieden 5.000 ArbeiterInnen, die Produktion im Mercedes-Werk im spanischenn Vitoria-Gasteiz zu unterbrechen. Stattdessen riefen sie gemeinsam: „Jetzt schließen!“ und protestierten dagegen, dass sie trotz Ausnahmezustands arbeiten mussten. Für mindestens acht Tage werden sie das Werk bestreiken. 

Die Fabrik, die die ArbeiterInnen lahm legten, ist die größte ihrer Art im Baskenland. Obwohl das öffentliche Leben stark eingeschränkt wurde, sollte die Produktion aufrecht erhalten werden. Die Belegschaft hat anders entschieden: Gestern leiteten die ArbeiterInnen mit einem Sitzstreik ein, die nächsten acht Tage nicht zu arbeiten.

Ein Sprecher der Gewerkschaft CCOO kritisierte an dem Mercedes-Werk, dass es für die Belegschaft alle Sicherheitsvorschriften missachtete. Vitoria-Gasteiz gilt als einer der Hotspots in Sachen Corona, dennoch sollte die Produktion ohne Einschränkung fortlaufen. Diese Entscheidung habe das Managemen – seinerseits gut isoliert und geschützt – getroffen, während die Beschäftigten in der Produktion dicht an dicht arbeiteten.

Zahlreiche deutsche Autokonzerne ziehen bereits nach. VW stellte die Produktion an mehreren Standorten ein.


Wir schreiben für Perspektive – ehrenamtlich und aus Überzeugung. Wir schalten keine Werbung und nehmen kein Geld von Staat oder Konzernen an. Hilf' uns dabei, unseren unabhängigen Journalismus zu erweitern: mit einer einmaligen Spende, einem regelmäßigen Beitrag bei Paypal, Steady oder am besten als Mitglied in unserem Förderverein.