Am vergangenen Mittwoch hatte Gesundheitsminister Jens Spahn zehn Millionen Atemschutzmasken für ambulante ÄrztInnen versprochen. In zahlreichen Bundesländern ist davon bis heute noch keine einzige angekommen. Eine Großbestellung von sechs Millionen FPP2-Masken durch die Bundeswehr ging in Kenia spurlos verloren.

„Wir können morgen endlich die ersten zehn Millionen Masken ausliefern an die Ärzte, an die kassenärztlichen Vereinigungen und an die Bundesländer“, hatte Jens Spahn am vergangenen Mittwoch im TV versprochen. Eine erleichternde Nachricht, denn die Versorgung mit medizinischem Material ist vielerorts nicht mehr gewährleistet.

Das Ministerium bestätigte am nächsten Tag die Übergabe von zehn Millionen Masken an die Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) der Bundeswehr. Doch laut den Veröffentlichungen der KVen haben diese lediglich 7.700 Masken nach Berlin, 2.000 nach Hessen und 300 ins Saarland geben können. Die Berliner KV beklagt, dass sie mit der aktuellen Lieferung gerade einmal eine Schutzmaske pro Praxis ausliefern könne. Aktuell seien noch 150.000 Masken in der Anlieferung.

Bundeswehr-Bestellung in Kenia verloren

Angesichts der Knappheit hatte sich auch das Beschaffungsamt der Bundeswehr der Sache angenommen. „Mit allen Kräften“ und „so schnell wie möglich“ wolle man Atemschutzmasken beschaffen. Tatsächlich tätigte das Amt auch eine Großbestellung von rund 6 Millionen Masken. Diese sollten aus Kenia importiert werden, wo sie mutmaßlich als Kontingent für die Ebola-Vorsorge dienten.

Im Flughafen von Kenia aber verschwanden die Masken schlicht. Ob sich dadurch das Versorgungsdefizit ausweiten wird, ist noch unklar. Insgesamt seien Masken im zweistelligen Millionenbereich bestellt worden.


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