Durch die anhaltenden Corona-Schutzmaßnahmen und die Weltwirtschaftskrise könnten mehr als 59 Millionen ArbeiterInnen innerhalb der Europäischen Union ihre Arbeitsplätze verlieren. Davon gehen die Unternehmensberater der Agentur McKinsey aus.

Die Folgen der Wirtschafts- und Corona-Krise werden innerhalb der Europäischen Union zu einem starken Anstieg der Arbeitslosigkeit führen. Bisher geht die Agentur davon aus, dass sich die Arbeitslosigkeit innerhalb der 27 Staaten der Europäischen Union verdoppeln könnte.

Allein die Hälfte aller gefährdeten Arbeitsplätze seien im Kundenservice und Vertrieb, in der Gastronomie und im Baugewerbe. In Europas Großhandels- und Einzelhandelssektor könnten 14,6 Millionen Arbeitsplätze bedroht sein, 8,4 Millionen Arbeitsplätze im Hotelgewerbe und in der Gastronomie sowie 1,7 Millionen in der Kunst- und Unterhaltungsbranche.

„Der Verlust dieser Arbeitsplätze wäre nicht nur eine Tragödie auf individueller Ebene, aus der wirtschaftlichen Perspektive wäre es ebenfalls schmerzhaft“, bewertet McKinsey die Situation zynisch in dem aktuellen Bericht.

McKinsey geht bisher davon aus, dass die EU-Staaten die Krisenfolgen erst Ende 2021 überwunden haben könnten. Dies gelte jedoch nur für einen optimistisch berechneten weiteren Verlauf der Krise. Für den schlimmsten Fall geht die Beratungsagentur davon aus, dass sich die Wirtschaft erst im Jahr 2024 von den Krisenfolgen erholt haben wird.

Auch die europäische Politik geht von einem massiven Wirtschaftseinbruch aus. Die Spitzen der EU sprechen zur Zeit von einem Einbruch der Wirtschaftsleistung bis zu 10 Prozent. Am kommenden Montag will die EU-Kommission daher vorschlagen, dass die Mitgliedsstaaten für 2022 und 2023 deutlich mehr in den EU-Haushalt einzahlen als bislang vorgesehen. Die Mittel sollen für einen neuen Wiederaufbau-Fonds verwendet werden, mit dem die Mitgliedsstaaten besonders stark betroffenen Teilen der Wirtschaft helfen können.


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