Nach einer Reihe von Anschlägen und Sachbeschädigungen gegen türkische Geschäfte in der bayerischen Stadt Waldkraiburg ermittelt nun die Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus aufgrund eines möglichen rechtsterroristischen Hintergrunds.

Höhepunkt der Angriffe war bisher ein Brandanschlag auf einen türkischen Lebensmittelladen, der am Morgen des 27. April stattfand. Gegen 3 Uhr nachts riefen AnwohnerInnen in Waldkraiburg die Feuerwehr. Insgesamt waren rund 120 Rettungskräfte im Einsatz, doch bei ihrem Eintreffen sahen sie sich bereits einem Großbrand gegenüber. Schäden entstanden durch den Brand auch bei einer benachbarten Drogerie und einem weiteren Geschäft.

Bereits in der Nacht vom 16. auf den 17. April wurde ein türkischer Friseurladen angegriffen und in der folgenden Nacht ein türkisches Lokal beschädigt. In beiden Fällen wurden die Fensterscheiben der Geschäfte eingeworfen.

Brand in türkischem Lebensmittelgeschäft in Waldkraiburg

Extremismus und Terrorabwehrzentrum übernehmen Ermittlungen

Die ermittelnden Behörden gehen mittlerweile davon aus, dass alle drei Taten im Zusammenhang stehen und von den selben Tätern ausgeführt worden sein könnten. Zudem gehen nun auch die Behörden davon aus, dass es sich um eine rechterroristische Anschlagsserie handeln könnte. Aus diesem Grund hat die Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET) bei der Generalstaatsanwaltschaft München die Ermittlungen an sich gezogen.

Seit den Anschlägen hat die Polizei ihre Präsenz in Waldkraiburg deutlich erhöht. Ob dies indes die TäterInnen von weiteren Taten abhalten wird, bleibt abzuwarten.


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