In Bornheim haben am Freitag 150 bis 250 FeldarbeiterInnen die Arbeit niedergelegt und lautstark protestiert. Die größtenteils aus Rumänien stammenden ArbeiterInnen hatten für einen Monat Arbeit nur etwa 200 bis 300 Euro erhalten. Auch die Polizei rückte zum Einsatz an.

In Bornheim in der Nähe von Bonn kam es am Freitagmorgen (15.05.2020) zu einem spontanen Streik in einem großen Spargelbetrieb. Die FeldarbeiterInnen, die größtenteils aus Rumänien stammen, weigerten sich morgens, in die Busse zu steigen, die sie immer zu den Spargelfeldern bringen. Grund für ihren Streik sind die extrem ausbeuterischen Verhältnisse in dem Betrieb. Die ArbeiterInnen hatten für einen vollen Monat Arbeit nur rund 200 bis 300 Euro erhalten. Damit wollen sie sich nicht zufrieden geben und kündigen an weiter zu streiken.

Der Betriebsleiter hatte bereits kurz darauf am Freitag die Polizei zur Unterstützung gerufen. Diese rückte mit rund 20 BeamtInnen an, konnte die ArbeiterInnen allerdings nicht vom Streiken abhalten. Der Betrieb hat bereits vor einigen Wochen Insolvenz angemeldet, weswegen er jetzt von einem Insolvenzverwalter geführt wird. Dieser weigerte sich aber Stellung zu beziehen.

Gefährdung und Tod der SaisonarbeiterInnen wird in Kauf genommen

Die Arbeits- und Lebensbedingungen für die ausländischen FeldarbeiterInnen sind besonders gewissenlos. Sie leben auf engem Raum mit Mehrbettzimmern in Sammelunterkünften, aus denen sie dann morgens auf die Felder gefahren werden und in die sie abends wieder zurückkommen. Zusätzlich zu der hohen körperlichen Belastung und den niedrigen Löhnen sind sie so durch massiv das Coronavirus bedroht. Mitte April verstarb dann auch der erste Saisonarbeiter an Covid-19.

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