Die Arbeitslosigkeit ist in Deutschland in Folge der Wirtschaftskrise und der Auswirkungen des Corona-Lockdowns in den vergangenen Monaten deutlich angestiegen. So haben in den Monaten März bis Mai mehr als 578.000 Menschen ihre Arbeit verloren. Wie viele der Millionen Menschen in Kurzarbeit wieder an ihren Arbeitsplatz zurück kehren werden, ist ebenfalls ungewiss.

Allein im Monat Mai verloren nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit rund 169.000 Menschen ihre Arbeit. Damit stieg die Zahl der offiziell als arbeitslos gemeldeten Menschen auf 2,81 Millionen an.

Die meisten Entlassungen gab es im April und Mai im Gastgewerbe. Hier verloren rund 33.000 Menschen ihre Jobs. Auch im Bereich Kfz-Handel und -Reparatur fielen mehr als 20.000 Arbeitsplätze weg. In den Branchen Verkehr und Lager wurden jeweils mehr als 11.000 LeiharbeiterInnen entlassen.

Mit den Kündigungen ist auch erstmals seit mehr als zehn Jahren die Gesamtzahl der erwerbstätigen Menschen in Deutschland wieder gesunken. Laut Angaben des Statistischen Bundesamts waren im April 44,8 Millionen Menschen in Deutschland erwerbstätig. Das sind 210.000 oder 0,5 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Einen Rückgang der Beschäftigten hatte es zuletzt im März 2010 gegeben.

Kurzarbeit steigt weiter an

Auch die Zahl der Menschen, die von ihren Unternehmen in Kurzarbeit geschickt wurden oder diese noch antreten sollen, steigt weiter. Bereits im April hatten die Unternehmen für mehr als 10,66 Millionen Menschen Kurzarbeit angezeigt. Im Mai kamen noch einmal 1,06 Millionen ArbeiterInnen hinzu.

Real befanden sich bis zum 30. April nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit rund sechs Millionen Menschen in Kurzarbeit, im März waren es noch rund zwei Millionen. Das ist der höchste Stand an Kurzarbeit, den es je in Deutschland gab. In der letzten großen Weltwirtschaftskrise im Jahr 2009 lag die höchste Zahl bei rund 1,5 Millionen Menschen.

Ebenfalls deutlich höher als in früheren Wirtschaftskrisen liegt der durchschnittliche Wert des Arbeitsausfalls der KurzarbeiterInnen. Er liegt nun im Schnitt bei 50 Prozent.


Wir schreiben für Perspektive – ehrenamtlich und aus Überzeugung. Wir schalten keine Werbung und nehmen kein Geld von Staat oder Konzernen an. Hilf' uns dabei, unseren unabhängigen Journalismus zu erweitern: mit einer einmaligen Spende, einem regelmäßigen Beitrag bei Paypal, Steady oder am besten als Mitglied in unserem Förderverein.