Der Streit zwischen zwei Rockerbanden in München eskaliert. Am hellichten Tag wird ein Mann abgestochen und darauf von einem Transporter angefahren. Es wird von einer Verbindung zu einem aktuellen Gerichtsprozess gegen ein Hells Angels-Mitglied ausgegangen.

In München kam es am Mittwoch, 10. Juni, zu einem gewaltsamen Angriff auf ein Mitglied eines Rockerclubs. Erdinic D. ist Mitglied bei den sogenannten „Black Jackets“, einer rivalisierenden Straßenbande der Hells Angels.
Er wurde zunächst von zwei anderen Männern mit einem Messer angegriffen und verletzt. Darauf kamen ihm seine beiden Freunde zu Hilfe und die Täter verschwanden, nur, um kurz darauf mit einem Auto wiederzukommen. Dieses Auto fuhr dann in die kleine Gruppe und erfasste einen der Begleiter von Erdinic D. Danach stiegen die Täter aus und prügelten erneut auf alle drei Männer ein.
Den verstörenden Vorfall schildert ein 80-jähriger Zeuge der Zeitung tz: „Das war alles wie in einem Krimi. Man wusste gar nicht, was da gerade passiert“, sagt Horst Deutmeyer. Er saß zur Tatzeit in unmittelbarer Nähre zum Tatort und trank einen Kaffee vor einem kleinen Laden: „Ich hatte Angst.“.

Tatmotiv ungeklärt

Die Beweggründe für die Tat werden aktuell noch von der Polizei ermittelt. Diese durchsuchte im Anschluss an die Tat 5 Häuser der Hells Angels im Raum München und habe „diverses Beweismaterial gefunden“. Man geht davon aus, dass es sich um einen Streit zwischen den Rockerbanden im Zusammenhang mit einem laufenden Verfahren handelt.
Das Opfer wurde bereits vor einigen Jahren von einem Hells Angels-Mitglied mit einem Messer angegriffen. Der Täter floh daraufhin ins Ausland, kehrte jedoch 2018 zurück und stellte sich der Polizei. Das darauf folgende Verfahren wegen versuchten Mords – das aktuell verhandelt wird – sorgte für große Unruhe. Schon bei Prozessbeginn versammelten sich rund 40 Hells Angels im Gerichtssaal und drohten dem Opfer Erdinic D. Auch die Frankfurter „Black Jackets“ kündigten an, anzureisen.

 


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